Experte erläutert vor der CDU die neuen EU-Datenschutzregeln Vereine müssen jetzt aufpassen

Halle (WB). Auf großes Interesse ist eine Info-Veranstaltung des Haller CDU-Stadtverbandes gestoßen. Im Gerry Weber Landhotel referierte Datenschutz-Experte Thomas Floß über die veränderten Rechtslagen durch die ab dem 25. Mai geltende EU-Datenschutz-Grundverordnung.

Von Malte Krammenschneider
Informierten interessierte Bürger über die neue EU-Datenschutzverordnung: (von links) Katrin Schmidt (ho.Systeme), Andreas Schubert (ho.Systeme), Referent Thomas Floß (Floß EDV-Unternehmensberatung) sowie Reinhard Stricker (2. Vorsitzender CDU Halle) und Axel Reimers (Vorsitzender CDU Halle).
Informierten interessierte Bürger über die neue EU-Datenschutzverordnung: (von links) Katrin Schmidt (ho.Systeme), Andreas Schubert (ho.Systeme), Referent Thomas Floß (Floß EDV-Unternehmensberatung) sowie Reinhard Stricker (2. Vorsitzender CDU Halle) und Axel Reimers (Vorsitzender CDU Halle).

Er machte seinen Zuhörern klar, dass neben Unternehmen sich auch Vereine und Verbände mit dem Thema beschäftigen sollten. »Eine 10 Jahre alte Homepage entspricht nicht mehr den Anforderungen. Die Internet-Auftritte der Vereine müssen aktualisiert und an die neuen Vorgaben angepasst werden«, erklärt Floß vor rund 60 neugierigen Zuhörern.

Ziel der neuen Verordnung ist es, personenbezogene Daten und den freien Datenverkehr innerhalb des europäischen Binnenmarktes zu schützen. Für Unternehmen und Vereine bedeutet dies eine Verpflichtung, EDV-Strukturen kritisch zu überprüfen, damit die sensiblen und wertvollen Daten nicht in fremde Hände geraten. »Mit Daten lässt sich gutes Geld verdienen«, sagt Thomas Floß, der in letzter Zeit mit seinem EDV-Unternehmen besonders viel zu tun hat. »Kurz vor Toreschluss werden die Leute nun aktiv. Es wird auch höchste Zeit«, sagt der Datenschutz-Experte.

Vereine müssten laut Floß zukünftig einen Datenschutzbeauftragten bestellen, wenn mindestens zehn Personen im Verein ständig mit der automatisierten Verarbeitung von personenbezogenen Daten beschäftigt sind. Außerdem muss ein Verarbeitungsverzeichnis erstellt werden, Einwilligungserklärungen sollten überarbeitet und ein jährlich aktualisiertes Sicherheitskonzept erstellt werden. Zu den weiteren Pflichten gehören die Sicherstellung der Betroffenenrechte sowie der Abschluss von Vereinbarungen zur Auftragsdatenverarbeitung mit externen Dritten.

»Es geht darum, alles auf den Prüfstand zu stellen. Sollte jemand noch Windows XP nutzen. Weg damit. Das ist Zeug aus der Nachkriegszeit«, so Thomas Floß, laut dem ab dem 25 Mai vollautomatische Prüfungen von Internetseiten beginnen. Bei Verstößen gegen die Bestimmungen der Datenschutz-Grundverordnung können die Landes-Aufsichtsbehörden empfindliche Geldstrafen verhängen. »Treffen sie daher jetzt die Vorkehrungen«, empfiehlt Floß der die Verordnung mit der Einführung der Sicherheitsgurt-Pflicht für Autofahrer vergleicht. Es sei zunächst eine Umstellung, doch nach einiger Zeit ganz selbstverständlich.

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