Untersuchungen im Sandforther See bei Halle Taugt das Baggerloch als Badesee?

Halle (WB). Das Echolot ist unbestechlich: Im Sandforther See liegt weder ein Autowrack noch ist ein U-Boot gestrandet. Das zeigt die Untersuchung des Seegrundes vom Boot aus.

Von Klaudia Genuit-Thiessen
Seit Jahren hat der 1. Haller Sportfischer-Verein den Baggersee gepachtet. Auch die DLRG Gütersloh trainiert dort.
Seit Jahren hat der 1. Haller Sportfischer-Verein den Baggersee gepachtet. Auch die DLRG Gütersloh trainiert dort. Foto: Klaudia Genuit-Thiessen

Nicht einmal ein dicker Wels ist den Spezialisten von der Bezirksregierung Arnsberg begegnet, die am Dienstagvormittag mit der »Alveus«, einem Flachbodenboot, auf dem zwölf Hektar großen Gewässer unterwegs waren. Eignet sich der Baggerteich als Badesee? Um diese Frage wirklich beantworten zu können, hatte die Stadt um Amtshilfe gebeten. Das Boot mit dem Fächer-Echolot, das nur 30 Zentimeter Tiefgang hat, ist landesweit auf Seen und Flüssen wie Lippe und Ruhr unterwegs, um Aufschluss zu geben über Sandmassenverlagerungen und ähnliches.

Keine Abbruchkanten entdeckt

Bekanntlich bezweifeln unter anderem die Hobbyangler des 1. Haller Sportfischer-Vereins, dass sich ihr Pacht-Gewässer überhaupt als Badesee nutzen lässt: Wechselnde Unterströmungen, steile Uferabbrüche und eiskaltes Wasser ab zwei Meter Tiefe sprechen ihrer Meinung nach dagegen.

»Spezielle Abbruchkanten oder Überhänge haben wir jetzt nicht gefunden«, stellte hingegen Stephan Borghoff nach der Tour über das idyllische Gewässer fest, das an seiner tiefsten Stelle 21 Meter aufweist und durchschnittlich zwölf bis 15 Meter tief ist. Es habe weder Auffälligkeiten gegeben noch Überraschungen.

Wenn auch echte Ergebnisse der Kartierung erst später vorliegen – einen ersten Eindruck erhielt der Umwelt-Allrounder aus dem Rathaus bereits an Bord des 50-PS-starken Bootes, das seine beiden Echolotköpfe am Bug im 30-Grad-Winkel ins Wasser klappen kann, um Echowellen auszusenden und zeitverzögert wieder abzunehmen. Die umgerechneten Informationen über den Seegrund ließen sich bereits auf dem Bildschirm an Bord darstellen.

Boot ist mit GPS ausgestattet

Länger als zwei Stunden tuckerte die anderthalb Tonnen schwere »Alveus«, die auf dem Anhänger über den Landweg nach Halle transportiert worden ist, über den See, zum Teil übrigens mit einigem Tempo. »Das Boot ist mit GPS ausgestattet. Wenn es zweimal über dieselbe Stelle fährt, verbessern sich die Signale. Die Messpunkte verdichten sich und wir bekommen mehr Informationen«, berichtete Stephan Borghoff.

Der Stadt liegt bekanntlich an flächendeckendem Material. Die Rohdaten sind erst einmal gespeichert worden. Sie werden am Computer noch im Detail ausgewertet. Erst wenn feststeht, wie steil die Böschungen sind und ob es irgendwo im See ein besonderes Gefälle gibt, können diese Daten als Grundlage für weitere Diskussionen dienen.

Wie diese Zeitung bereits berichtet hat, ist der Sandforther See als natürlicher Ersatz für ein Freibad im Gespräch. Unter Umständen könnte auch nur eine Bucht als öffentlicher Badeplatz ausgewiesen werden.

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