»Brandbeschleuniger«: Fast 1000 Besucher bei Osterfeuern in Hörste und Kölkebeck Stimmung mit Glühwein und Bratwurst

Halle (WB). Morgens Schnee, abends Feuer – so sieht der Ostersonntag für 400 Menschen in Hörste und 500 Menschen in Kölkebeck aus. Beim Besuch der traditionellen Osterfeuer der jeweiligen Löschzüge treffen sich oft Menschen, sie sich sonst das ganze Jahr über nicht sehen.

Von Eische Loose
Aus einer Anzündstelle machten die Kölkebecker flugs mehrere Brandpunkte und ließen so den großen Holzstapel schneller in Flammen aufbrausen.
Aus einer Anzündstelle machten die Kölkebecker flugs mehrere Brandpunkte und ließen so den großen Holzstapel schneller in Flammen aufbrausen. Foto: Eische Loose

Von großem Tüddelü halten die Organisatoren in beiden Ortsteilen gar nichts. Gemütlich soll es sein und den Menschen genug Platz zum Quatschen lassen.

MGV singt von Heimat und gutem Wein

Wer jedoch morgens aus dem Fenster blickte und die weiße Schneedecke sah, mochte kaum daran glauben. Zum Sonnenuntergang war die winterliche Pracht glücklicherweise wieder geschmolzen, hatte jedoch die Böden nicht sonderlich aufgeweicht. So konnten Strohballen und Biergarnituren geruhsam und sicher genutzt werden, um sich bei Glühwein und Bratwurst in Stimmung zu bringen.

In Hörste sorgte zudem der Männergesangsverein unter der Leitung von Christian Schumacher für gute Laune. Noch vor dem ersten Funken sangen sie von der Heimat und dem guten Wein und brachten damit die Besucher an einem gemeinsamen Punkt zusammen. Löschzugführer Peter Goldbecker rechnete letztlich mit rund 400 Gästen, die sich auf dem Grundstück an der Voßheide einfinden würden.

Allerdings hatte der Schnee viel Feuchtigkeit auf den großen Feuerstapel hinterlassen. In beiden Ortsteilen gab es daher zunächst ordentlich Rauch, bis das Grünzeug richtig durchgebrannt war. Bis die wohlige Wärme in die kalten Glieder zog, war zudem etwas Geduld erforderlich. In Kölkebeck machten sich daher einige Feuerwehrleute daran, mit Gasbrenner und Heizlüfter zusätzliche Brände zu legen.

Stockbrotbacken an der Feuerschale

Das ursprüngliche Feuer, das Löschzugführer Jörg Vemmer dort mit einer Fackel ins Stroh gelegt hatte, reichte ihnen einfach nicht aus, obwohl gerade rund um die kulinarisch Stände herum drei kleine Feuerschalen für kuschelige Gemütlichkeit sorgten; und eine vierte größere Schale zum Stockbrotbraten diente. Fünf jüngerer Feuerwehrler hatten dazu neun Kilogramm Teig angerührte.

Auch in Hörste erhielt Löschzugführer Peter Goldbecker direkt beim Anzünden Hilfe von Michael Niemann. Er kam mit einer zweiten Fackel hinzu. Gemeinsam steckten sie alle Strohnester an, die in Hörste von Landwirt Karl-Heinz Scheer gestiftet wurden. Die rauchige Glut entwickelte sich dennoch nur langsam, so dass die Besucher gern in die bunt gefärbten Eier bissen, die Peter Goldbecker in den Besucherreihen verteilte.

Seine Ehefrau Britta wickelte währenddessen mit ihrem Team die 20 Kilogramm Stockbrotteig, die sie vorbereitet hatten, um die Weidenruten

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.