Plan der christlichen Ersatzschule für Borgers-Gelände stößt im Rathaus auf Ablehnung Georg-Müller-Schule will in Halle bauen

Halle (WB). Die bislang an drei Standorten in Bielefeld und Steinhagen beheimatete Georg-Müller-Schule hat soviel Zulauf, dass sie sich in Halle erweitern möchte. Auf dem Gelände der ehemaligen Textilrecycling-Firma Borgers am Klingenhagen möchte der Trägerverein dieser christlich-orientierten Schule ein neues Angebot für die Klassen 5 bis 10 bauen. Aus dem Rathaus aber kommen ablehnende Signale.

Von Stefan Küppers
Das 1,7 Hektar große Borgers-Gelände Borgers am Klingenhagen steht zum Verkauf. Hier sieht die Georg-Müller-Schule beste Entwicklungschancen für eine Sekundar- oder Realschule. Auch ein Gemeindehaus der Freien Ev. Gemeinde könnte dort entstehen.
Das 1,7 Hektar große Borgers-Gelände Borgers am Klingenhagen steht zum Verkauf. Hier sieht die Georg-Müller-Schule beste Entwicklungschancen für eine Sekundar- oder Realschule. Auch ein Gemeindehaus der Freien Ev. Gemeinde könnte dort entstehen. Foto: Fälker

Nachdem ihnen von Seiten des Eigentümers der rund 17.000 Quadratmeter großen und seit vielen Jahren ungenutzten Gewerbefläche am Klingenhagen eine Verkaufsbereitschaft signalisiert worden war, haben Vertreter der Georg-Müller-Schule im Rathaus vorgesprochen. Doch von Seiten der Verwaltungsseite ist ihnen Ablehnung signalisiert worden. Im kommenden Haupt- und Finanzausschuss am Mittwoch, 24. Januar, 17.15 Uhr im Rathaus steht das Thema aufgrund einer CDU-Anfrage auf der Tagesordnung. In der Verwaltungsvorlage zu dem Punkt wird angeführt, dass eine Schule nur ausnahmsweise in einem Gewerbegebiet zulässig sei. Weiterhin werden von der Verwaltung ohne nähere Erläuterung »erhebliche Risiken für die bestehende Schullandschaft« angeführt. Vor Jahren hatte sich die Stadt übrigens intensiv mit einer möglichen Wohnbebauung auf dem Borgers-Gelände befasst.

Nach 280 Ablehnungen sieht Träger den Elternwillen für neue Schule als erwiesen an

Günter Schieb (71) ist ehrenamtlicher Vorstand des Trägervereins der Georg-Müller-Schule und ist vielen Hallern als langjähriger Marketingchef der Kreissparkasse Halle bekannt. Johannes-Michael Pieper (46) ist Geschäftsführer des Vereins. Beide betonen insbesondere den nachweisbaren Elternwillen nach Besuch einer Georg-Müller-Schule hin. »Wir haben allein im vergangenen Jahr knapp 280 Absagen für alle Schulen erteilen müssen«, informiert Pieper. Die Schule ist christlich-pietistisch orientiert,

Bereits fünf Mal Georg-Müller-Schule in der Region

Die erste Georg-Müller-Schule wurde 1990 in Bieleld als Grundschule errichtet. Mittlerweile betreibt der von Eltern gegründete Trägerverein dieser christlich orientierten Ersatzschule fünf Schulen mit insgesamt 2030 Schülern und 160 Lehrern in der Region. In Steinhagen wird die dortige noch teilweise zweizügige Grundschule wegen des Zulaufs in zwei Jahren vollständig dreizügig geführt (derzeit 249 Schüler).

In Bielefeld gibt es noch drei Schulen an einem Standort an der Detmolder Straße. Die dortige vierzügige Grundschule hat 428 Kinder, die Gesamtschule 689 Schüler sowie das Gymnasium 461 Schüler, wobei diese beiden weiterführenden Schulen eine gemeinsame fünfzügige Oberstufe haben. Zusätzlich gibt es eine zweizügige Grundschule in Senne (203 Kinder). Im Sommer soll die vierzügige Bielefelder Grundschule an den Lipper Hellweg umziehen, damit das Gymnasium in das dann alte Grundschulgebäude hineinwachsen kann.

weshalb viele Eltern, die Mitglied der Landeskirchler, der Brüdergemeinden, der Mennoniten, der Freien Evangelischen Gemeinden und der Baptisten sind, hier ihre Kinder beschult sehen wollen. Aber schon etwa jedes fünfte Kind ist nicht Mitglied dieser kirchlichen Gruppen. »Wir sind grundsätzlich offen für alle«, weiß Schieb, dass viele Eltern das besondere Förderkonzept, die bewusste Halbtagsschule (»Erziehung findet vor allem im Elternhaus statt!«) und das »Recht auf einen störungsfreien Unterricht« sehr schätzen. Wie an anderen Privatschulen auch zahlen Eltern einen monatlichen Beitrag, derzeit 90 Euro pro Kind.

Schulstandort in Halle läge im Nordkreis Gütersloh strategisch genau richtig

Halle, so erläutern die beiden, wäre ein strategisch günstiger Standort. Denn hier könnten die Kinder aus dem Nordkreis Gütersloh, die bisher die Steinhagener Georg-Müller-Schule besuchen, ein relativ ortsnahes weiterführendes Schulangebot nutzen. Die Kinder kommen derzeit aus Versmold, Borgholzhausen, Steinhagen und insbesondere Harsewinkel und nur zu einem geringen Teil aus Halle. Pieper: »Wir schaden dem Schulstandort Halle nicht, sondern sind als Ersatzschule eine Erweiterung und Bereicherung des Schulangebotes, die zudem einem breiten Elternwillen gerecht wird.« Eine weitere Oberstufe in Halle werde bewusst nicht angestrebt. Pieper verweist zudem auf die sehr gute Zusammenarbeit mit der Stadt Bielefeld.

Kommentare

Bedauernswert & kurzsichtig gedacht!

Wer auch nur ein paar Schüler von den Georg-Müller-Schulen in seinem Bekanntenkreis hat, der weiß sofort, warum diese Schulen so gut besucht und so erfolgreich sind: Hier lernen die Schüler tatsächlich etwas und die Atmosphäre an diesen Schulen ist zudem auch so, dass die Schüler nicht durch Schlägereien, Mobbing oder Handys zusätzliche Hürden in den Weg gestellt werden. Umso bedauernswerter, dass die Politik sich immer wieder dagegen stellt!

ideologisch

Und wieder einmal steht ideologische Verbohrtheit vor der unbedingt notwendigen Bildungszukunft unserer Kinder...

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