Neue Prognosen und Zählungen liegen vor – Zubringerfunktion zur A33 ist gegeben Belastung auf Alleestraße wird wachsen

Halle (WB). Wenn die A33 in etwa zwei Jahren bis Borgholzhausen durchgebaut ist, wird die Verkehrsbelastung auf der Alleestraße um bis zu 50 Prozent zunehmen. Das ist aus Verkehrsprognosen abzulesen, die zum Teil erst im vergangenen Monat aktualisiert worden sind. Damit ergibt sich neuer Diskussionsstoff für den geplanten Bürgerworkshop zur Umgestaltung der Alleestraße .

Von Stefan Küppers
Blick in die Alleestraße, die künftig den Prognosen zufolge mehr Verkehr aufnehmen wird als die B68, deren Bedeutung ihrerseits mit der A33 abnehmen wird.
Blick in die Alleestraße, die künftig den Prognosen zufolge mehr Verkehr aufnehmen wird als die B68, deren Bedeutung ihrerseits mit der A33 abnehmen wird.

Wer sich über die künftige Verkehrsentwicklung in Halle informieren will, kann auf verschiedene Quellen zurückgreifen, die teils auch zu unterschiedlichen Aussagen kommen. Ganz frisch vom November 2017 sind Verkehrsprognosen, die der Landesbetrieb Straßen NRW beim Fachbüro DTV Consult in Aachen in Auftrag gegeben hat. Wie Landesbetrieb-Sprecher Sven Johanning mitteilt, wurden von dem Büro zwei sogenannte Planfälle untersucht.

Prognose: von 5.500 auf 9.500 Kfz am Tag

Zum einen wird eingeschätzt, wie sich Verkehre in Halle entwickeln, wenn die A33 voraussichtlich im nächsten Frühjahr am Schnatweg in Künsebeck endet. Für diesen Fall sind für die Alleestraße bis zu 5.500 KfZ in 24 Stunden (davon 150 Lkw) prognostiziert. Zum anderen wird prognostiziert, wie sich Verkehre nach Anbindung der A33 an die Haller Westumgehung (Auffahrt Alleestraße) entwickeln werden: Demnach sind dann auf der Alleestraße schon 6500 Fahrzeuge am Tag unterwegs.

Initiative will selber zählen

Die Bürgerinitiative Alleestraße will im Vorfeld des Bürgerworkshops verlässliche Zahlen über Verkehrsbelastungen selbst ermitteln. Dafür wurde von der Initiative eine entsprechende technische Vorrichtung angeschafft. Es soll eine Infrarot-Lichtschranke an gegenüberliegenden Häusern der Alleestraße zwischen der Kreuzung Moltkestraße/Künsebecker Weg sowie der Aufmündung zum Postweg angebracht werden. Die Anlage soll den Verkehrsfluss zeitabhängig aufzeichnen und die tagesabhängigen Geschwindigkeiten dokumentieren. Der Meßzeitraum soll im Januar beginnen und auch nach der Eröffnung der A33 fortgeführt werden, um Vergleiche erstellen zu können. Die Initiative hat dafür bei der Bürgermeisterin eine Sondernutzungsgenehmigung beantragt.

Schließlich verfügt der Landesbetrieb über eine ältere Verkehrsprognose für das Jahr 2025, die Grundlage für den A33-Planfest-stellungsbeschluss im Jahr 2012 war. Demnach wird die Verkehrsbelastung bei einer bis Borgholzhausen durchgebauten Autobahn auf der Alleestraße auf 9.500 Kfz/24 Stunden steigen, mithin eine rechnerische Zunahme von etwa 50 Prozent zu dem Fall, dass die Autobahn nur bis zur Westumgehung führt. »Es ist logisch, dass das Angebot eines Autobahnanschlusses auf Zubringern wie der Alleestraße mehr Verkehr anziehen wird«, sagt dazu Sven Johanning vom Landesbetrieb.

Straßenverkehrsamt: schon jetzt erhebliche Steigerung fest

Zusätzlich gibt es ein sogenanntes Verkehrsmengengerüst für Halle für den Prognosezeitraum 2030, das die Ingenieurgruppe IVV (ebenfalls aus Aachen) Anfang 2017 im Hauptausschuss vorgestellt hat. Dies weist für die Alleestraße Belastungen zwischen 8.400 und 9.400 Fahrzeugen aus. Diesen Prognosen zufolge wird der Verkehr auf der B68 in der Ortsdurchfahrt auf bis zu 2.900 Kfz am Tag absinken, während für Künsebecker Weg und Alleestraße erhebliche Mehrbelastungen entstehen, die eben auch ihrer Zubringerfunktion zur A33 geschuldet sind.

Die vorliegenden Zahlen sind teilweise sehr unterschiedlich. Eine Nachfrage beim Straßenverkehrsamt ergibt, dass aktuelle Zählungen an der Alleestraße in Höhe Schlammpatt (beim Tierpräparator) wiederum ganz neue Daten gebracht haben. Laut Bernhard Riepe, der ab Januar 2018 stellvertretender Leiter der Kreisbehörde sein wird, wurden im vergangenen Januar 5800 Kfz gezählt und im laufenden Monat Dezember sogar 6700 Fahrzeuge.

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