Auktion mit Kunst und Antiquitäten aus Nachlass von Winfried Potthoff in Künsebeck Schätze im Ravensberger Kunstspeicher

Halle-Künsebeck (WB). Ein Zahnarzt bohrt im Mund herum, daneben sitzt eine Sekretärin an der Schreibmaschine und ein Schuster bleibt wortwörtlich bei seinen Leisten. Die aus glasierter Keramik gefertigten Skulpturen des italienischen Künstlers Dino Bincini zeigen Alltagssituationen in feingliedriger und humorvoller Weise. Die Unikate sind ein Teil der Exponate, die am Sonntag in Künsebeck unter den Hammer kommen sollen.

Von Kerstin Panhorst
Zahlreiche Unikate des toskanischen Skulpturenkreateurs Dino Bincini stehen auf der Liste der Exponate, die versteigert werden.
Zahlreiche Unikate des toskanischen Skulpturenkreateurs Dino Bincini stehen auf der Liste der Exponate, die versteigert werden. Foto: Kerstin Panhorst

Potthoff ließ historischen Speicher aufbauen

Denn dann versteigert Anne-Kathrin Potthoff-Sapia gemeinsam mit dem als Auktionator fungierenden Norbert Luther Kunstgegenstände und Antiquitäten aus dem Nachlass ihres Vaters. Der im vergangenen Jahr mit 86 Jahren verstorbene Innenarchitekt und Kunsthändler Winfried Potthoff kaufte 1964 seinen Kotten am Ascheloher Weg. Neben dem als Wohnhaus für seine Familie genutzten Kotten kaufte er zusätzlich noch über das Westfälische Landesmuseum in Detmold einen historischen Speicher aus Füchtorf, den er auf seinem Grundstück wieder aufbauen ließ. Der aus Schloß-Holte stammende ausgebildete Kirchenmaler gründete dort den »Ravensberger Kunstspeicher«, in dem er bis 2003 seine Konzepte als Innenarchitekt entwickelte, Antiquitäten und Einrichtungsgegenstände sammelte, ausstellte und anbot. Winfried Potthoff stellte in seiner Werkstatt selbst Marmor- und Mosaiktische her und kombinierte diese Objekte gerne mit Antiquitäten.

340 Exponate bei Auktion

Mehr als 340 Exponate, darunter Bilder, Skulpturen, antike Kleinmöbel, Stiche und Radierungen von bekannten Künstlern wie John Haskins oder Marco Gizzi werden am Sonntag unter den Hammer kommen. Das teuerste Stück ist mit einem Anfangsgebot von 900 Euro ein norddeutscher Eckschrank aus dem 18. Jahrhundert, aber kleinere Stücke wie Teller oder Vasen sind bereits ab 5 Euro zu haben. Ab 10 Uhr können sich Interessierte die Exponate am Ascheloher Weg 5 ansehen bevor gegen 11 Uhr die Auktion gestartet wird. Mehr auf der Internetseite :www.kunst-vom-speicher-potthoff.com

Auch den beliebten Haller »Barbara-Keller« hat Winfried Potthoff damals gestaltet

»Am Anfang hat er zahlreiche Lokale und Bars ausgestattet, unter anderem auch den Barbara-Keller in Halle. Später hat er für wichtige Einzelkunden wie die Firmeninhaber und Geschäftsführer von Oetker, Aldi, Reinert oder Krupp gearbeitet«, erzählt Anne-Kathrin Potthoff-Sapia. Die 55-Jährige arbeitete schon während ihres Kunstwissenschaftstudiums in Osnabrück eng mit ihrem Vater zusammen und reiste mit ihm und ihrem früh verstorbenen Bruder Markus durch Europa auf der Suche nach wertvollen Stücken. Von ihrem Vater Winfried, aber auch ihrer Mutter Ursula, die Modestilistin war, hat sie die Leidenschaft für die Kunst geerbt und ist heute in der Nähe von Florenz, wo sie als Diplomrestauratorin ausgebildet wurde als freiberufliche Restauratorin tätig. Nach dem Tod ihres Vaters haben sie und ihre Schwester Petra (61) nun beschlossen, das Grundstück und die darauf befindlichen Häuser zu verkaufen und sich auch von der Sammlung ihres Vaters zu trennen.

»Solange mein Vater noch lebte bin ich immer gependelt zwischen Italien, dem Haus hier in Halle und dem Haus Elim in Eckardtsheim, in dem mein Vater die letzten drei Jahre seines Lebens verbracht hat«, sagt Anne-Kathrin Potthoff-Sapia, die mit ihrem italienischen Mann Mario Sapia zur Auktion angereist ist.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.