Sozialer Dienstleister eröffnet ganz neue Tagesstätte sowie Beratungsstelle Wertkreis zieht beim DRK ein

Halle (WB). Seit dem Auszug der VKM-Kita vor fast drei Monaten ist im Eckhaus Lange Straße/Bismarckstraße die große Ruhe eingekehrt. Mit Jahresbeginn gibt es im DRK-Zentrum »Henry-Dunant-Haus« jedoch einen neuen Mieter, der Leben ins Haus bringt: Der Wertkreis Gütersloh will eine Tagesstätte für psychisch beeinträchtigte Menschen sowie eine Kontakt- und Beratungsstelle eröffnen.

Von Klaudia Genuit-Thiessen
Unter dem Dach des DRK-Zentrums »Henry-Dunant-Haus« eröffnet der Wertkreis Gütersloh 2018 eine Tagesstätte für Menschen mit psychischer Beeinträchtigung. Gekoppelt ist sie mit einer Kontakt- und Beratungsstelle.
Unter dem Dach des DRK-Zentrums »Henry-Dunant-Haus« eröffnet der Wertkreis Gütersloh 2018 eine Tagesstätte für Menschen mit psychischer Beeinträchtigung. Gekoppelt ist sie mit einer Kontakt- und Beratungsstelle. Foto: Klaudia Genuit-Thiessen

Mit dem ganz neuen Angebot im Altkreis Halle entwickelt sich die Ecke im Haller Westen zu einem sozial geprägten Quartier, wie DRK-Ortsvereinsvorsitzender Klemens Keller bei einer außerordentlichen Mitgliederversammlung hervorhob. Denn direkt gegenüber der Tagespflege des Vereins Daheim auf der anderen Seite der B 68 und den Hausgemeinschaften und dem Betreuten Wohnen im Mittelberg-Neubau will der Wertkreis Menschen mit Behinderungen gleichberechtigte Teilhabe auch am Arbeitsleben ermöglichen. Klemens Keller: »Das deckt sich mit Rot-Kreuz-Vorstellungen von Inklusion. Die Menschlichkeit ist hier zu Hause«.

Menschlichkeit ist hier zu Hause

In der Tagesstätte will man 15 Personen, die durch seelische Belastungen, Depressionen, Burnout, Schizophrenie und anderem eine Krise bewältigt haben, wieder helfen, Struktur in ihren Alltag zu bekommen. »Hier können Menschen in solchen Situationen erproben, ob eine stundenmäßige Belastung möglich ist«, stellt Andreas Holtmann klar. Der Leiter Berufliche Teilhabe beim Wertkreis hofft, dass die Tagesstätte zum 1. März eröffnet werden kann.

Zuvor sind einige Umbauten erforderlich. Der Wertkreis wird im DRK-Zentrum 330 Quadratmeter mieten, wie Klemens Keller berichtete. »Eine wesentliche wirtschaftliche Stärkung für den Ortsverein«. Der Vertrag ist auf Dauer ausgelegt. Erst einmal läuft er drei Jahre, Verlängerungen sind möglich. »Selbst den Schwimmverein müssen wir nicht vor die Tür setzen«, sagte der Vorsitzende.

Rotkreuz-Gruppen rücken zusammen

Das DRK Ravensberg muss in Zukunft zusammenrücken. Denn der Wertkreis wird das komplette Obergeschoss mit Ausnahme des großen Gymnastikraumes in Beschlag nehmen und auch im Erdgeschoss präsent sein – schon im Foyer. Die Kontakt- und Beratungsstelle für Menschen mit psychischer Beeinträchtigung soll Betroffenen ein ganz niederschwelliges Angebot unterbreiten und dabei mit der Lebenshilfe und anderen Netzwerkpartnern zusammenarbeiten.

Für die Tagesstätte ist ein Ausschreibungsverfahren gelaufen, wie Andreas Holtmann sagte. Der Landschaftsverband habe schließlich den Zuschlag erteilt. In Halle habe der soziale Dienstleister daraufhin einen geeigneten Standort gesucht und mit Hilfe von Bürgermeisterin Anne Rodenbrock-Wesselmann beim DRK Ravensberg gefunden.

Kaum hatte der Ortsverein übrigens den Mietvertrag unter Dach und Fach, gab es eine Anfrage des Jugendamtes. Klemens Keller: »Zu diesem Zeitpunkt konnten wir keinen Raum für eine Kita-Gruppe anbieten«. Für die Zukunft stellte er vage in Aussicht, das Dachgeschoss mit seinen Schrägen auszubauen. Das allerdings nur, wenn sich ein Investor findet.

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