Schulprojekt in Halle zeigt, wie jeder etwas für den Planeten tun kann Umweltsünden im Alltag

Halle (WB/mk). »Wir Menschen sind wahre Verdrängungskünstler. Obwohl wir wissen, dass unser Verhalten der Umwelt schadet, ändern wir nur selten unsere Gewohnheiten.« Das sagt Annabelle Mayntz, die mit Pip Cozens vom Verein »Art at Work« an der Haller Realschule für mehr Umweltbewusstsein wirbt.

Pip Cozens und Annabelle Mayntz vom Verein »Art at Work« (Im Vordergrund) zeigen den Realschülern Johanna, Alisa, Eren und Claudia (von links) wie sie ihren ökologischen Fußabdruck verkleinern können.
Pip Cozens und Annabelle Mayntz vom Verein »Art at Work« (Im Vordergrund) zeigen den Realschülern Johanna, Alisa, Eren und Claudia (von links) wie sie ihren ökologischen Fußabdruck verkleinern können. Foto: Malte Krammenschneider

Den Zehntklässlern wird dabei im Rahmen von drei englischsprachigen Doppelstunden aufgezeigt, wie sie bereits durch kleine Veränderungen Großes bewirken können. Ziel ist es, den ökologischen Fußabdruck so weit wie möglich zu minimieren.

Die Wegwerfgesellschaft ist ein aktuelles Thema, dessen sich die Kunsthistoriker Annabelle Mayntz und Pip Cozens angenommen haben. Für die Künstlerinitiative und den gemeinnützigen Verein »Artat Work« machen sie komplexe Themen mit Mitteln der Kunst begreifbar und ermutigen Kinder und Erwachsene zu Veränderung und mehr Eigeninitiative. »Wir sind keine Pädagogen und können deshalb auch mal ›Scheiße‹ sagen. Das ist nötig, denn unser Planet ist derzeit in keinem guten Zustand«, sagt Annabelle Mayntz.

Welterschöpfungstag immer früher im Jahr

Der Welterschöpfungstag, also der Tag im Laufe eines Jahres, an dem die menschliche Nachfrage nach natürlichen Ressourcen das Angebot und die Kapazität der Erde zur Reproduktion dieser Ressourcen übersteigt, rücke immer weiter in Richtung Jahresmitte. »Dieses Jahr ist es schon der 2. August gewesen. Eine Woche früher als im Vorjahr«, sagt Mayntz.

Doch laut den Experten kann man viel tun, um die Entwicklung zumindest zu verlangsamen. Die Schüler können beispielsweise darauf achten, wie sie Elektroschrott korrekt entsorgen, auf Zusatzstoffe in Lebensmitteln achten und möglichst wenig oder besser gar kein Plastik benutzen. »Auch die Coffee-to-go-Becher aus Pappe sind bei den jungen Leuten beliebt. In Deutschland landen allein pro Stunde 320.000 davon im Müll. Der Verzicht darauf kann in der Summe viel bewirken«, sagt Annabelle Mayntz, die betont, dass sie keinen moralischen Zeigefinger heben möchte: »Es geht darum den Schülern zu zeigen, dass jeder etwas bewirken kann. Sie sollen sich die Frage stellen: Was brauche ich wirklich?«

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