Museum am Kirchplatz in Halle zeigt Arbeiten von Paul Westerfrölke Vogelschutz in der Malerei

Halle (kg). Den Westfalen räumt Ursula Blaschke seit jeher einen besonderen Platz im Haus am Kirchplatz ein. Jetzt stellt die Museumschefin einen Künstler vor, dessen Bilder sich auf besondere Weise auszeichnen: Der Gütersloher Maler, Grafiker und Ornithologe Paul Westerfrölke (1886 bis 1975) hat sich um den Vogelschutz in der Malerei verdient gemacht.

Das Museum am Kirchplatz rückt Paul Westerfrölke ins Rampenlicht. Ursula Blaschke zeigt unter anderem ein präzise gearbeitetes Bild eines Teichhuhnes.
Das Museum am Kirchplatz rückt Paul Westerfrölke ins Rampenlicht. Ursula Blaschke zeigt unter anderem ein präzise gearbeitetes Bild eines Teichhuhnes. Foto: Klaudia Genuit-Thiessen

Ob Rauchschwalbe oder Teichhuhn, Heidelandschaft oder erotischer Akt – das Museum zeigt eine Reihe von sehr unterschiedlichen Arbeiten des ausgewiesenen Kenners der heimischen Vogelwelt. »Das Thema brennt gerade jetzt auf den Nägeln«, sagte Ursula Blaschke bei der Eröffnung der neuen Schau im Hinblick auf das Insektensterben und die Folgen für die Vogelwelt. Zudem wies sie auf Albrecht Dürers berühmten Flügel einer Blauracke hin, aber auch auf die Arbeiten von Horst Janssen. Von dem ihrer Meinung nach »besten Zeichner des 20. Jahrhunderts« zeigt das Museum in seiner ständigen Ausstellung Arbeiten.

Zurück zu Paul Westerfrölke. Der Sohn eines Kaufmanns besuchte nach dem Abitur 1904 am Evangelisch-Stiftischen Gymnasium in Gütersloh die Kunstgewerbeschule Düsseldorf. Dort schon galt sein besonderes Interesse Naturstudien, Pflanzen- und Tierzeichnungen. 1908 wechselte er an die Düsseldorfer Kunstakademie. 1914 war er Meisterschüler von Carl Ederer mit eigenem Atelier. Nach dem Ersten Weltkrieg kehrte er nach Gütersloh zurück.

1925 wurde Westerfrölke Mitglied der Vereinigung Westfälischer Künstler, 1934 auch in der Freien Künstlergemeinschaft Schanze in Münster. Als der Kriegsausbruch 1939 seine geplante Übernahme der Grafik-Klasse an der Kunstakademie Münster verhinderte, machte er in Gütersloh die Malerei zu seinem Beruf, arbeitete zudem als Naturschutzwart im Kreis Wiedenbrück. In den 60er Jahren kartierte er zwei Drittel der heimischen Vogelwelt. Für seine Verdienste um den Naturschutz erhielt er 1961 das Bundesverdienstkreuz. Seine präzisen und umfassenden Aufzeichnungen kamen nach seinem Tod an das Naturkundemuseum Münster.

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