4.500 Zuschauer beim Konzert im Gerry-Weber-Stadion Adel Tawil verzaubert Fans in Halle

Halle (WB/swa). Einst berühmt geworden an der Seite von Annette Humpe als Duo »Ich + Ich« mit Hits aus dem 2005 erschienenen Album »Vom selben Stern«, verzauberte Adel Salah Mahmound Eid El-Tawil, besser bekannt als Adel Tawil, mit seinen neuen Songs vom zweiten Solo-Album »So schön anders« am Freitagabend 4.500 Fans im Gerry-Weber-Stadion.

Volle Hingabe auf der Bühne: Adel Tawil.
Volle Hingabe auf der Bühne: Adel Tawil. Foto: Christina Falke

Der mittlerweile 39-jährige Pop-Musiker hat sich Zeit gelassen, bevor er im April diesen Jahres sein neues Album vorstellte. Er scheint vor allem als Mensch, aber auch als Künstler gereift zu sein. Großen Erfolg feierte Tawil mit seinem 2013 veröffentlichten Album »Lieder«, mit dem er gleich dreifach Platin einheimsen konnte. Die gleichnamige Singleauskopplung läuft aufgrund der Besonderheit noch heute täglich im Radio. Gleich 33 andere bekannte Songs brachte er in den Textzeilen unter.

Auch mit den bereits bekannten Liedern wie »Du erinnerst mich an Liebe«, »Stadt« oder »Zu Hause« gelang es dem Berliner Singer-Songwriter im Nu seine Fans aus Ostwestfalen um den Finger zu wickeln. Nachdenklich, appellierend und doch wieder mit einer gewissen Leichtigkeit überbrachte der Sohn ägyptisch-tunesischer Einwanderer, der sich während der Darbietung auch mal Mitten in der Publikum mischt, seine musikalischen Stücke dem Haller Publikum.

Tawil erlebt persönliche Schicksale

Zeit für seine neue Tournee ließ sich Tawil auch , weil den Solo-Künstler persönliche Schicksale bewegten. Nach 13 Jahren Partnerschaft und dreijähriger Ehe trennte sich der 39-Jährige von seiner Frau Jasmin. Im Juli 2016 musste der omnipräsente Pop-Künstler eine dramatische Zwangspause einlegen: Bei einem Badeunfall in Ägypten verletzte sich Tawil schwer am Rücken, brach sich dabei den erste Halswirbel viermal, und konnte dem Tod sprichwörtlich nur knapp von der Schippe springe. Folglich musste der Berliner die bereits geplanten Sommerkonzerte absagen.

Nun also Halle, nun also ein neues Album, welches bereits von der Spitze der Charts grüßte. 14 Studioaufnahmen presste Tawil auf seine neue CD, welche den Rahmen für die diesjährige Konzertreihe bildet. 21 Auftritte bot der zweifache ECHO-Preisträger seinen Fans seit Juni in Deutschland, Italien, Österreich sowie der Schweiz. Drittletzte Station der Reise war das Gerry-Weber-Stadion, welches Tawil in Anlehnung an Tennislegende Boris Becker und nach seinem mittlerweile fünften Besuch »mein Wohnzimmer« nennt.

Autobiografische Songs

Autobiografisch, so kann man am besten die neuen Songs beschreiben. Tawil selbst sagt, dass er »einfach erzählt, was ihm passiert ist«. Da sind der schwierige Start als Musiker, der Erfolg mit Humpe, aber auch die Scheidung und der Badeunfall. Genau diese Spannweite der menschlichen Gefühlswelt brachte der 39-Järhige im Haller Tennisrund rüber. »Ist da jemand«, »Gott steh mir bei«, welches der Berliner in Gendenken an den Anschlag auf den Breitscheidplatz schrieb, und »Sensation« sind einige seiner neuen Lieder, die er nach Halle mitbrachte. Mal melancholisch, dann wieder euphorisiert und vom Glück überwältigt. Es war eine stete Achterbahnfahrt der Gefühle, auf die Tawil seine Fans mitnahm. Dabei jedoch stets authentisch und nahbar, mach einer würde es als reif bezeichnen – ganz ohne Starallüren.

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