Kreissynode will mit neuer Satzung Einrichtungen und Kirchengemeinden entlasten Weichen für Kita-Landschaft gestellt

Halle (WB/hn). Werden die finanziellen Bedingungen des Kirchenkreises Halle künftig noch auskömmlich sein, um seine Kitas zu erhalten? Wie die Kindergartenlandschaft im Kirchenkreis in zehn Jahren aussehen könnte, haben Vertreter bei der Sommersynode diskutiert.

Kontrovers und konstruktiv setzten sich 52 stimmberechtigte Delegierte aus den acht Gemeinden bei der turnusmäßigen Zusammenkunft des obersten Gremium des Kirchenkreises im Gemeindezentrum Rothenfelder Straße in Versmold mit den strittigen Punkten auseinander. Die Synodalen nahmen auch den Satzungsentwurf für einen Trägerverbund für die 22 Kindertageseinrichtungen unter die Lupe.

Szenario entwickelt

Pfarrer Dr. Sven Keppler entwarf beim Thema Trägerverbund ein Szenario, wo der Kirchenkreis in zehn Jahren stehen könnte. »Jetzt können wir frei gestalten, weil freie Räume da sind. Heute kann die Synode Weichen für eine positive Entwicklung stellen«, forderte er. Mit der Gründung des Trägerverbandes will der Kirchenkreis auf Entwicklungen in den Kitas reagieren. In diesen werden immer jüngere Kinder länger betreut. Die Anforderungen an Bildung und Dokumentation steigen. Auch erledigen die Leitungen immer mehr Verwaltungsaufgaben, die durch das Kinderbildungsgesetz (Kibiz) festgelegt sind.

Außerdem steigt die Zahl der Mitarbeitenden. Das Personalmanagement ist durch befristete Verträge komplizierter geworden. Zudem habe Kibiz bei den Personalkosten zu Defiziten geführt. Das Gesetz berücksichtige eine Lohnsteigerung um sieben Prozent, tatsächlich seien die Tarife um 14,5 Prozent gestiegen.

»Leitungen müssen sich mit Sach- und Fachfragen beschäftigen, die sie in der Ausbildung nicht gelernt haben«, erläuterte Fachberaterin Marlene Ens. Sie hat mit fünf Gemeindevertretern den Satzungsentwurf erarbeitet. Man müsse sich sehr gut auskennen, um alle Möglichkeiten auszuschöpfen. Dies könne eine professionelle Geschäftsführung mit dem Leitungsausschuss, in dem jede Gemeinde vertreten sei, übernehmen. So würden Kitas und Gemeinden entlastet. Eine kontroverse Diskussion entspann sich bei der Frage, wer für Einstellungen zuständig sei. Synodale fragten kritisch nach, ob der Kontakt zwischen Gemeinde und Kita in Zukunft weiter so eng gestaltet werden könne wie bisher.

Satzungsentwurf wird diskutiert

Die Kreissynode gibt den Satzungsentwurf zur weiteren Diskussion bis zur Finanzsynode im Herbst in die Gemeinden. »Heute gilt es, ein Signal zu setzen, das eine Weiterarbeit ermöglicht«, kommentierte Superintendent Walter Hempelmann den Prozess.

In seinem Rückblick bezeichnete Hempelmann das Reformationsjubiläum als Chance, Kirche und Gemeinde in den Blick zu nehmen. Eine Frage sei, welches Menschen- und Glaubensverständnis in den Gemeinden kommuniziert werde. Dafür gelte es, die Gemeinden in den Blick zu nehmen, wie während der Visitation der Kirchengemeinde Halle geschehen. Hier sei die Vielzahl der Angebote, der Ökumene, bei der Arbeit mit Geflüchteten, in der Kirchenmusik oder bei der Diskussion um Aufgaben von Pfarrerinnen und Pfarrern sichtbar geworden.

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