Tennis-Altstars schwärmen bei der 25. Auflage vom Haller Tennisturnier Oliver Pocher will eine Wildcard

Halle (WB). Es fühlt sich an, als würde der Duft von frisch gemähtem Rasen durch die Haller Innenstadt wehen: Am Freitagnachmittag sind die 25. Gerry Weber Open auf dem Rathausvorplatz mit einem bunten Programm eröffnet worden.

Von Sören Voss (Text und Fotos)

Turnierdirektor Ralf Weber verriet am Mikrofon von Pressesprecher Frank Hofen, dass die ersten Tennis-Asse, wie Dominic Thiem oder Kei Nishikori, bereits angekommen sind und auch schon trainiert haben. »Roger Federer ist nach seinem Ausscheiden in Stuttgart noch einmal in die Schweiz gefahren und wird morgen erwartet«, sagte Weber – traditionell in der Hoffnung, »dass wir von Verletzungen verschont bleiben und die Deutschen möglichst weit kommen«.

Andrej Medvedev und Yefgeni Kafelnikov sind voll des Lobes

Ein Spieler, der ziemlich genau weiß, wie sich der GWO-Siegerpokal anfühlt, stand direkt daneben: Yevgeni Kafelnikov. Das rote Hemd war etwas zerknittert und sicherlich einige Nummer größer als noch bei seinen drei Turniersiegen, das Ballgefühl konnte aber auf dem Kleinfeld mit den Tennis-Kidis jeder sofort erkennen: »Viele haben mich sicherlich nicht mehr spielen sehen. Trotzdem schön, dass viele Leute gekommen sind.« Über die familiäre Atmosphäre in der Innenstadt freute sich auch Ex-Profi Andrej Medvedev, der bei der ersten Auflage 1993 im Finale gestanden hatte: »Ich habe verfolgt, wie das Turnier gewachsen ist. Das ist schon beeindruckend.«

Als die Turnierflagge gehisst war, griff auch Bürgermeisterin Anne Rodenbrock-Wesselmann, die sich eigentlich eher der Federball-Sparte zugehörig fühlt, zum Tennis-Schläger. Sie betonte den Stellenwert des Turnieres für die Stadt: »Alle Haller identifizieren sich mit den Gerry Weber Open und wir sind stolz, Gastgeber sein zu dürfen.«

Pocher: »Ich mache alle platt«

Derweil tat Oliver Pocher das, was er am besten kann: Das bekannte TV-Gesicht unterhielt das Publikum mit seinen Sprüchen. »Ich mache alle platt«, polterte Pocher augenzwinkernd los, um dann einen Jungen als Schiedsrichter einzuspannen. Ebenfalls nicht ganz ernst war seine Kritik an seiner jungen Gegenspielerin: »Du bewegst dich ja gar nicht – aber Angie Kerber macht das momentan auch nicht besser.« Pochers eigene Tennis-Qualitäten schienen Ralf Weber aber genauso wenig zu überzeugen. Die geforderte Wildcard »wenigstens fürs Doppel« lehnte der Turnierdirektor jedenfalls ab. Es waren eben doch nur die Pflastersteine und nicht das Grün von nebenan.

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