In Halle werden in Technik und neue Räume rund 350.000 Euro investiert Schlaflabor im Klinikum modernisiert

Halle (WB/SKü). Das Schlaflabor ist innerhalb des Klinikums umgezogen und zugleich gründlich modernisiert worden. Für Dr. Jörg Schmitthenner, Chefarzt der Pneumologie, ergeben sich durch die bessere Ein- und Anbindung an das Akutkrankenhaus viele neue Möglichkeiten, in der Zukunft auch einen größeren Anteil schwieriger Fälle zu behandeln.

Zahl von 500 Patienten im Jahr soll gesteigert werden

»Wir machen hier einen großen und wichtigen Schritt, der lange herbeigesehnt worden ist«, verdeutlichte Klinikum-Geschäftsführer Michael Ackermann bei der inoffiziellen Einweihung des Schlaflabors auf der ehemaligen Station VI im zweiten Obergeschoss des Krankenhauses. Bisher sind in den alten Räumen im Anbau des ehemaligen Verwaltungstraktes jährlich rund 500 Patienten von Schmitthenner und seinem Team um Kerstin Löwenstein im Schlaflabor mit nominell sechs Betten versorgt worden.

In den neuen Räumen könnten sich die Versorgungszahlen schon bald deutlich nach oben bewegen. Ein siebtes Bett hat das Labor schon, um im Einzelfall Übernachtungen von Familienangehörigen ermöglichen zu können. Der übrige Teil der durchsanierten Station soll bei Starkbelegungen im Herbst und Winter dem übrigen Klinikum gute Dienste leisten.

Informationen über Gesundheit durch überwachten Schlaf

Die bessere Anbindung an das Akutkrankenhaus sowie die modernisierte Ausstattung war eine der Bedingungen von Dr. Jörg Schmitthenner, als dieser vor zwei Jahren nach Halle wechselte. »Die Schlafmedizin wird allgemein noch unterschätzt«, sagt er mit Verweis auf die Fülle von Informationen über den Gesundheitszustand eines Menschen, die während eines technisch überwachten Schlafes gewonnen werden können. Denn in der Schlafmedizin werden keineswegs nur die klassischen übergewichtigen Schnarcher versorgt, deren nächtliche Atemaussetzer möglicherweise schon durch eine Schlafmaske therapiert werden können.

Alleine für Schlafstörungen gibt es 88 verschiedene Diagnosen. Das Feld der möglichen Erkrankungen ist also groß und bedarf nicht nur einer guten Diagnostik, sondern auch einer engeren Anbindung an Akut- und Intensivmedizin. Das ist in Halle nun besser als vorher gewährleistet. Und die Wege werden einfach kürzer, wie Ärztlicher Direktor Michael Hanraths sagt.

Schwere Fälle können nun besser behandelt werden

Während die klassischen Schlafapnoe-Patienten weiterhin den Großteil ausmachen werden, für diese jedoch auch in ambulanten Praxen viele neue Behandlungsmöglichkeiten geschaffen worden sind, zielt Chefarzt Schmitthenner nun darauf ab, den Anteil besonderer und schwieriger Fälle auf etwa 25 Prozent zu erhöhen. Dazu können Herzinfarkt- oder Schlaganfall-Patienten genauso zählen wie Menschen mit neuromuskulären Erkrankungen.

Die Qualität des Schlaflabors zeigt sich in den Details. In eine neue Überwachungstechnik (Polysomnografie) sind bereits vor einiger Zeit 150.000 Euro investiert worden. Weitere 200.000 Euro flossen in die bauliche Modernisierung in Patientenzimmern. Das beginnt bei Möblierung, den technischen Überwachungskameras, der Vollverdunkelung von Räumen auch tagsüber und endet bei schallgeschützten Türen.

Schmitthenner freut sich darauf, die Abteilung nun weiter entwickeln zu können. Und er weiß, wie gut Menschen mit treffender Diagnose und Therapie geholfen werden kann. »Die Schlafmedizin ist deshalb auch ein extrem dankbare Medizin«, sagt er.

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