Telekom-Shop zieht von Rosen- in Bahnhofstraße – David Odonkor eröffnet Pizzeria Leere Ladenlokale in altem Fachwerk?

Halle (WB). Zum Stadtfest hat Halles schöne Rosenstraße wieder einen roten Teppich ausgerollt. In der früheren Boutique »Teresa« sind die Schaufenster noch immer zugeklebt. Gegenüber bei »Stilvoll handgemacht« läuft der Ausverkauf. Und im Telekom-Shop rüstet man sich für einen Umzug. Muss die Stadt womöglich weitere Leerstände in der Wohn- und Geschäftsstraße befürchten?

Von Klaudia Genuit-Thiessen
Der Telekom-Shop zieht an die Bahnhofstraße, damit verlassen Simone Gartmann und ihr Team das Haus Dessin in der Rosenstraße. Der Hausbesitzer prüft derzeit alle Möglichkeiten für eine künftige Nutzung des schmucken Fachwerks.
Der Telekom-Shop zieht an die Bahnhofstraße, damit verlassen Simone Gartmann und ihr Team das Haus Dessin in der Rosenstraße. Der Hausbesitzer prüft derzeit alle Möglichkeiten für eine künftige Nutzung des schmucken Fachwerks. Foto: Klaudia Genuit-Thiessen

Spätestens im Herbst dreht sich bei den Ladenlokalen in der Haller Innenstadt das Karussell ein Stück weiter. Die mittlere Bahnhofstraße, wo künftig die Drogerie Rossmann eröffnen soll, wird zur »kommunikativen Meile«: Neben dem freien Handyladen und dem Vodafon-Shop ist künftig auch die Telekom zu finden. Denn dort, wo fünf Jahre lang Ismael Yüksel unter dem Namen »Juwelier Alex« firmiert hat, soll ein neues modernes Telekom-Shop-Konzept 2.0 umgesetzt werden – in bester Innenstadtlage, bald gegenüber vom Drogeriemarkt Rossmann und in recht jungen Räumen, die mit einer großen Umbaumaßnahme noch einmal auf den allerneusten Stand gebracht werden sollen.

Hauseigentümer prüft Möglichkeiten für Geschäftsräume

Denn genau das ist der Punkt für einen Umzug, wie Patrick Stöttwig sagte. Seine Frau Marietta und er betreiben fünf Telekom-Filialen. Der Haller Shop, ihr ältester, ist schon einmal innerhalb der Rosenstraße umgezogen. Jetzt will das Ehepaar, das einen Laden in Gütersloh bereits umgebaut hat, das denkmalgeschützte Fachwerkhaus in der Rosenstraße verlassen. »Wir haben uns dort sehr wohl gefühlt. Es ist fast eine Wohnzimmeratmosphäre, aber der Aufwand, das alte Fachwerk umzubauen wäre viel zu hoch«, begründete Patrick Stöttwig die Umzugspläne. Im Telekom-Shop in Halle hat Teamleiterin Simone Gartmann zwei Kollegen. Ein weiterer Mitarbeiter ist im Außendienst eingesetzt, wo er Geschäftskunden beim Umbau ihres analogen Kommunikationssystems zu einem digitalen berät. Patrick Stöttwig: »Das muss man rechtzeitig planen. Denn das Zwei-Jahres-Fenster ist sehr knapp«.

Wie es in der Rosenstraße weitergeht, das steht noch nicht fest. Ein Antrag auf eine Nutzungsänderung für das nur 25 Quadratmeter große Ladenlokal neben dem Handy-Shop ist zurückgezogen. Denn die Interessenten für einen Döner-Imbiss sind im letzten Moment abgesprungen. Nach dem Auszug der Telekom werden im Erdgeschoss des Hauses weitere 125 Quadratmeter frei. Hauseigentümer Christian Dessin prüft derzeit alle Möglichkeiten für eine Nutzung der Parterre gelegenen Räume. Er führe bereits konkrete Gespräche, bestätigte der Haller.

Stadt verlängert Pacht für »Taverne«

Der älteste Teil des denkmalgeschützten »Ständerhauses« stamme aus dem Jahr 1725, sagte Dessin. Im Haus verbaut habe man einst Balken von Höfen, die im 30-jährigen Krieg verbrannt seien.

Zurück zu den Ladenlokalen. Mitten in der Stadt will der frühere Fußball-Nationalspieler David Odonkor (33) noch in diesem Sommer eine Pizzeria eröffnen, wie seine Frau Suzan bestätigt hat. Auf der Rückseite des ehemaligen Hotels Brune, wo ein Lotto-Toto-Laden, ein Blumengeschäft und zuletzt ein Fachhandel für Hundefutter zu finden war, will er den gastronomischen Betrieb gemeinsam mit Nurettin Barka eröffnen. »Das ist mein Onkel von der türkischen Seite«, sagt Suzan Odonkor, dass sich derzeit daheim alles um die Zukunftspläne für die Räume gegenüber des Bistros »Haller Willem« drehe.

Apropos Gastronomie: Seit die Stadt an der Langen Straße gleich drei nebeneinander liegende Wohn- und Geschäftshäuser besitzt, halten sich die Gerüchte, das der »Taverne« im alten Haus Köhne das Aus droht. Doch der Treffpunkt vor allem für junge Leute kann erst einmal weiterbetrieben werden, bis die Stadt endgültig Pläne für eine Gestaltung hat. Bauamtsleiter Jürgen Keil: »Der Pachtvertrag läuft auf unbestimmte Zeit, kann aber von uns relativ kurzfristig gekündigt werden.«

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.