Rampenbau an der Hesselner Autobahn-Brücke bringt ganz neue Verkehrsführung Aus der »Spinne« wird das »Südkreuz«

Halle-Hesseln (WB). Im vergangenen Jahr noch ging das Gerücht um, die A-33-Planer hätten sich bei der Brücke der Holtfelder Straße über die Autobahn verplant. Die Auflösung ist gerade im Gange. Die Rampen werden angeschüttet und die landläufig als »Spinne« bekannte Kreuzung von Holtfelder-, Hesselner Straße und Stock­kämper Weg völlig neu geordnet.

Von Klaus-Peter Schillig

Schon durch die Bauarbeiten sind die normalen Wege von Hesseln in Richtung Stockkämpen und Holtfeld seit zwei Wochen teilweise blockiert. Die Hesselner Straße am Umspannwerk vorbei könnte theoretisch zwar noch befahren werden, wenn man die Absperrbaken zur Seite rückt – was der Fahrer eines Luxus-SUV auch kürzlich praktiziert hat. Das ist aber vorbei, wenn die ersten Fuhren für die nördliche Rampe abgeladen sind. Wer von Halle aus Richtung Holtfeld möchte, muss von der Margarete-Windhorst-Straße gleich hinter Storck direkt auf die Holtfelder Straße fahren und wird später im Bereich der Brücke auf eine provisorisch asphaltierte Fahrbahn auf der Autobahntrasse geleitet.

Fahrbahn schon abgefräst

Auf der Südseite der Brücke kann man nicht mehr direkt nach Stockkämpen fahren, weil auf der bisherigen Fahrbahn die südliche Rampe aufgeschüttet wird. So weit wie nötig, ist der Asphalt bereits abgefräst. Für einen Tag ist heute auch der Umweg über die Holtfelder Straße Richtung Schloss und Stockkämpen gesperrt, weil entlang der künftigen Autobahn Kanalarbeiten laufen und am Mittwoch eben die Holtfelder Straße gekreuzt wird.

So sehen künftig die Verkehrsführungen aus: Die Holtfelder Straße wird jeweils an den Rampen auf Hesselner (oben) und Stockkämper Weg aufmünden. Nördlich gibt es eine neue Querspange zwischen Hesselner Straße und Stockkämper Weg. Die orangenen Striche zeigen die jetzigen Verbindungen. Foto: Reinhard Nolte

Im November wird alles besser, denn dann sollen die Rampen fertig und die Brücke befahrbar sein, kündigt Olaf Kindervater vom Landesbetrieb Straßen NRW an. Einschließlich eines Radweges übrigens, den es an den umgebenden Straßen noch gar nicht gibt. Im neuesten Stadtplan von Halle ist schon eingezeichnet, wie der Verkehr künftig über das neue »Südkreuz« fließen wird.

Auf der Nordseite geht es auf der Hesselner Straße über die Brücke. Im Verlauf der Rampe wird die von Osten kommende Holtfelder Straße angebunden, gleich gegenüber, als regelrechte Kreuzung in Schräglage, zweigt eine Verbindung zum Stockkämper Weg ab in Richtung Haltepunkt Hesseln. Die alte Stockkämper Straße wird nach der Fertigstellung dieser Querspange vor der »Spinne« abgebunden.

Auch auf der Südseite der Brücke gibt es eine ähnliche Planung. Hier bildet der Stockkämper Weg Richtung Stockkämpen und Hörste die Südrampe, auf die von Westen die Holtfelder Straße aufmünden wird.

Die Autofahrer müssen in diesen Tagen und Wochen aber nicht nur auf die durch die Baustellen bedingten neuen Verkehrsführungen achten, sondern auch auf den regen Baustellenverkehr. Kipp-Lkw und Traktoren mit angehängten Muldenkippern sind fast pausenlos auf der A-33-Trasse unterwegs, um Erde zu transportieren und kreuzen dauernd auch die Straße. Mindestens 100.000 Kubikmeter Boden werden in beide Richtungen gekarrt.

Transporter im Dauereinsatz

»Der Bodenbedarf für dieses Teilstück zwischen Halle und Borgholzhausen kann fast komplett aus der Baumaßnahme heraus gedeckt werden«, sagt Olaf Kindervater. Was irgendwo abgetragen wird, kann woanders wieder verbaut werden. Ein Großteil kommt auch aus dem Bodenlager in Westbarthausen, was schon beim Bau der Autobahn zwischen Dissen und der B 476 angelegt worden ist. Je nach Qualität wird der Boden für Lärmschutzwälle oder als Planum für die spätere Fahrbahn eingebaut. Allein 20.000 Kubikmeter werden für beide Rampen an der Brücke in Hesseln benötigt, das sind – je nach Größe – 1000 bis 2000 Lkw-Ladungen.

Zwischen der »Spinne« und den Brücken über Loddenbach und Lönsweg sind die Autobahnbauer auf eine zusätzliche Herausforderung gestoßen. Hier liegen dicht unter der Oberfläche wasserundurchlässige Schichten. Entsprechend hoch steht das Grundwasser. Deshalb laufen für den Kanalbau alle 50 bis 60 Meter leistungsstarke Pumpen, um den Untergrund trocken zu legen und ihn tragfähig zu machen.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.