Amtsgericht vertagt Prozess gegen Versmolder Autofahrer auf unbestimmte Zeit Gericht braucht weiteres Gutachten

Halle (WB). Die juristische Aufarbeitung des tödlichen Verkehrsunfalls vom 7. Juli 2016 auf der Tatenhausener Straße in Künsebeck könnte eine lange Geschichte werden. Der Prozess vor dem Haller Amtsgericht wurde am Montag auf unbestimmte Zeit vertagt, weil zur Klärung und zur möglichen Vermeidbarkeit der Kollision zwischen einem Auto und einem 53-jährigen Radfahrer weitere Gutachten erstellt werden sollen.

Von Klaus-Peter Schillig
Akribische Spurensuche nach dem Verkehrsunfall auf der Tatenhausener Straße. Noch in der Nacht wurde ein Sachverständiger in die Untersuchungen eingeschaltet.
Akribische Spurensuche nach dem Verkehrsunfall auf der Tatenhausener Straße. Noch in der Nacht wurde ein Sachverständiger in die Untersuchungen eingeschaltet. Foto: Gabriele Grund

Angeklagt wegen fahrlässiger Tötung ist ein 21-jähriger Bundeswehrsoldat aus Versmold, der am späten Abend des Unfalltages mit seinem 3er BMW-Coupé den die Fahrbahn überquerenden Haller voll erfasst hatte. Der 53-jährige war sofort tot. Nach Zeugenaussagen und Berechnungen des Gutachters Ralf Otte aus Versmold war der Unglücksfahrer deutlich schneller unterwegs als die hier erlaubten 70 Stundenkilometer.

Weil der Rechtsanwalt des Angeklagten, Christian Kaminski aus Gütersloh, in dem Gutachten des Kfz-Sachverständigen aber nicht alle Fragen restlos geklärt sieht, sollen nicht nur die Daten der beteiligten Unfallfahrzeuge ausgewertet werden, sondern auch noch ein Versuch gemacht werden mit einem vergleichbaren Fahrzeug. Außerdem soll Ralf Otte ein lichttechnisches Gutachten erstellen.

Gleiche Mondphase

Das aber braucht Zeit, meint er, denn man benötige die gleiche Mondphase und -stellung sowie gleiche Wetterbedingungen wie am Unfalltag um 23.27 Uhr. Beide Untersuchungen seien sehr aufwendig, meinte der Sachverständige. Das könne durchaus ein bis zwei Jahre dauern.

Den genauen Auftrag will Amtsrichter Jan Intrup in Kürze erteilen und auch entscheiden, ob dem Angeklagten vorläufig die Fahrerlaubnis entzogen wird, wie die Staatsanwaltschaft fordert.

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