Gegen Baum gefahren und überschlagen – Ursache möglicherweise ein Herzinfarkt 65-jähriger Herforder stirbt bei Alleinunfall

Halle-Bokel (WB/SKü). Bei einem Alleinunfall auf der Gütersloher Straße in Halle-Bokel ist am Samstagnachmittag ein 65-jähriger Mann aus Herford in seinem Fahrzeug gestorben. Möglicherweise war die Ursache für den Unfall eine internistische Erkrankung des Mannes, zum Beispiel ein Herzinfarkt.

Von Stefan Küppers
Der Renault-Twingo kommt von der Fahrbahn (Gütersloher Straße) ab, streift einen Baum und überschlägt sich. Der Fahrer stirbt. Wegen auslaufenden Benzins hat die Haller Feuerwehr den Wagen wieder aufgerichtet.
Der Renault-Twingo kommt von der Fahrbahn (Gütersloher Straße) ab, streift einen Baum und überschlägt sich. Der Fahrer stirbt. Wegen auslaufenden Benzins hat die Haller Feuerwehr den Wagen wieder aufgerichtet. Foto: Stefan Küppers

Das tödliche Unglück geschah gegen 15.47 Uhr auf der Gütersloher Straße in Höhe des Hauses Nr. 31, kurz vor dem städtischen Übergangswohnheim in Sandforth. Laut Polizei kam der Mann Zeugenberichten zufolge ohne erkennbaren Grund mit seinem Renault-Twingo nach rechts von der Fahrbahn ab. Den Spuren zufolge überfuhr er zunächst ein Straßenschild, streifte einen Baum, fuhr mit der Fahrzeugfront in einen Graben, wodurch das Fahrzeug sich überschlug. Kopfüber landete der Kleinwagen auf dem angrenzenden Acker.

Verhalten von Arzt als Ersthelfer wirft bei Rettungsteam Fragen auf

Erster am Unfallort war ein Arzt, der zufällig hinter dem Mann herfuhr. Wie der anschließend herbeigerufene Notarzt sowie auch Rettungssanitäter dem WESTFALEN-BLATT vor Ort berichteten, habe dieser Arzt den Kollegen berichtet, dass das Unfallopfer bereits tot gewesen sei, als er sich als Ersthelfer genähert habe. Das Opfer soll demnach blau angelaufen gewesen sein, was bei dem Ersthelfer zu Rückschlüssen auf die internistische Vorerkrankung geführt haben soll.

Bei dem eintreffenden Notarzt sowie den Rettungssanitäter hingegen kamen im Nachhinein Fragen auf, warum dieser erstbefasste Arzt eine so schnelle Todesfeststellung getroffen und nicht bis zum Eintreffen des Rettungsteams Wiederbelebungsmaßnahmen durchgeführt hatte. 15.47 waren die Rettungssanitäter und der Notarzt in Halle alarmiert worden, 15.54 Uhr waren sie laut Kreisleitstelle vor Ort. »Als wir kamen, konnten wir dem Opfer leider wirklich nicht mehr helfen«, sagte ein Sanitäter dem WB. Nach Darstellung im Polizeibericht hatten mehrere Ersthelfer den Fahrzeugführer aus seinem Auto befreit und Erste-Hilfe-Maßnahmen ohne Erfolg durchgeführt. Da das Opfer keine Personalpapiere bei sich trug blieb, dauerte die Identifizierung des Toten eine längere Zeit. Mittlerweile hat die Polizei gesichert, dass es sich um einen 65-jährigen Herforder handelt.

Die mehr als 30 Feuerwehrkräfte aus den Löschzügen Halle und Künsebeck sicherten die Unfallstelle und kippten das auf dem Dach liegende Fahrzeug wieder um, da Benzin auslief. Für die weiteren polizeilichen Ermittlungen wurde das Fahrzeug sichergestellt. Der Sachschaden wird von der Polizei auf etwa 10 000 Euro geschätzt.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.