Show mit wahnwitzigen Verrenkungen: Chinesischer Nationalcircus tritt in Halle auf Zu viert im Drachenbett

Halle (WB). Seit fast 30 Jahren bringt der auf einer Idee von André Heller basierende Chinesische Nationalcircus dem europäischen Publikum die traditionelle Zirkuskunst aus dem Reich der Mitte näher. Die Produzenten wollen damit die dort gelebte Einheit von Körper, Geist und Seele auf authentische Weise würdigen, die sich durch beeindruckende Körperbeherrschung ausdrückt.

Von Johannes Gerhards
Diese vier Damen haben ihre ganz eigene Art, es sich im Bett vom Hotel Hongkong gemütlich zu machen.
Diese vier Damen haben ihre ganz eigene Art, es sich im Bett vom Hotel Hongkong gemütlich zu machen. Foto: Johannes Gerhards

Bereits zum achten Mal ist das Ensemble zu Gast im Gerry-Weber-Eventcenter in Halle. Bisher haben mehr als 7000 Zuschauer die verschiedenen Shows um Geschichten aus legendären Städten und Metropolen miterleben dürfen. Das aktuelle Programm »The Grand Hongkong Hotel« bedient sich der ehemaligen britischen Kronkolonie als thematischem Rahmen, um in die mysteriöse chinesische Kultur abzutauchen.

Hongkong war schon immer ein Schmelztiegel für Freibeuter, Traumtänzer und Flüchtlinge. So beginnt die Show mit einem gestrandeten Mädchen, das von der Belegschaft des Grandhotels aufgenommen wird. Die Clowns tragen Pagenuniformen, die Bühne ist als Foyer eines viktorianischen Hotels gestaltet, ein Pianist untermalt die einzelnen Nummern voller farbenfroher Poesie und fesselnder Akrobatik.

Zu erleben sind Kunststücke mit dem Hochgeschwindigkeitsdiabolo, unglaubliche Verbiegungskünste bezaubernder Schlangenmädchen, elegante Handstandkünstler und charismatische Vasenjongleure. Dazwischen treiben Clowns ihren Schabernack mit dem Publikum, und das gesamte Ensemble präsentiert sich mit Tanzchoreographien und Gruppenakrobatik wie einer rotierenden Menschenpyramide.

»Gäste kommen und gehen, Tradition und Moderne verbinden sich, mit Vielseitigkeit, Offenheit und Einigkeit möchte Hongkong den Herausforderungen der Zukunft begegnen«, heißt es aus dem Off. Dennoch bleiben die Reaktionen der 530 Zuschauer eher verhalten, atemlose Spannung kommt selten auf und stürmische Begeisterungsausbrüche sind nur gelegentlich zu vernehmen.

Das ursprünglich am ersten April geplante Gastspiel musste wegen der Liveübertragung der Völkerballmeisterschaften auf den eher unattraktiven Dienstagabend verlegt werden. Dennoch zeigt sich GWO-Pressesprecher Frank Hofen mit den Besucherzahlen zufrieden.

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