Antje Siekendiek betreibt bald neben dem Haller Hotel Hollmann auch das Restaurant Die Chefin nimmt’s selbst in die Hand

Halle (WB/SKü). Die Zeit ohne Restauration bei Hollmann neigt sich dem Ende zu. Schon in einigen Wochen will Inhaberin Antje Siekendiek das Restaurant nach einem umfassenden Umbau wieder eröffnen. Die vielen Rückmeldungen von Hallern, die sich über eine Wiederbelebung von Gastronomie an einem gastlichen Ort mit langer Tradition freuen, sind für Antje Siekendiek eine zusätzliche Motivation.

Noch sieht es nicht danach aus, dass nach Monaten der Schließung hier in wenigen Wochen der erweiterte Restaurantbereich eröffnet werden wird. Inhaberin Antje Siekendiek will jetzt auch für das Restaurant bei Hollmann in die Verantwortung treten.
Noch sieht es nicht danach aus, dass nach Monaten der Schließung hier in wenigen Wochen der erweiterte Restaurantbereich eröffnet werden wird. Inhaberin Antje Siekendiek will jetzt auch für das Restaurant bei Hollmann in die Verantwortung treten. Foto: Küppers

Nach der für die Hauseigentümerin unerfreulichen Insolvenz des vormaligen Restaurantbetreibers hat Antje Siekendiek nach reiflicher Überlegung beschlossen, mit 48 Jahren noch einmal als Gastronomin einen Neuanfang zu wagen und kräftig zu investieren. In den vergangenen Jahren war sie ja vorwiegend als Betreiberin des Hotels Hollmann aufgetreten, das sie 2003 nach einem großen Um- und Anbau zu einem erfolgreichen Drei-Sterne-Haus mit 37 Zimmern und 63 Betten entwickelt hat. Als jetzt die Überlegung anstand, ob sie das Restaurant mit Bierstube erneut an einen Gastronomen verpachten oder sogar eine ganz andere Nutzung in den Räumen zur Alleestraße hin entwickeln soll, entschied sich Antje Siekendiek dafür, nun selbst mehr in die Verantwortung zu treten. »Wenn eine Tür zugeht, geht eine andere auf«, sagt sie.

Lange Tradition

Die Geschichte des Hauses geht 200 Jahre zurück. 1824 findet sich für das Haus mit der damaligen Nummer 72 ein erster Eintrag auf einen Anton Kisker. Von 1876 bis 1975 war das Haus mit Gastwirtschaft in Besitz der Familie Hollmann. 1903 war zunächst ein Gartensaal, 1910 ein Wohnhaus mit großem Saal angebaut worden. Nach dem zwischenzeitlichen Eigentümer Udo Höltig zeichneten seit Mitte der 80er Jahre Herbert und Renate Siekendiek für den Betrieb verantwortlich. 2002 wurde der alte Saal abgerissen, und es entstand das moderne Hotel in seiner heutigen Form. Im selben Jahr übergaben die Eltern den Betrieb an ihre Tochter Antje.

Schließlich hat die Hallerin das Gastronomie-Gen in den Adern, hat als qualifizierte Hotelfachfrau auch das Restaurantgeschäft von der Pike auf gelernt und ist zudem auch ausbildungsberechtigt. Die vielen Veränderungen bei Hollmann in den vergangenen Jahrzehnten hat sie auch bei ihren Eltern Herbert und Renate Siekendiek hautnah mitbekommen, die 1985 den traditionsreichen Betrieb mit großem Saalgeschäft und einigen wenigen Hotelzimmern übernahmen (siehe Infobox). Irgendwie ist die lange Geschichte dieses Hauses längst auch für Antje Siekendiek selbst zu einer inneren Verpflichtung geworden. »Ich weiß, dass Gastronomie ein schweres Geschäft ist. Und ich gehe voller Respekt an die neue Aufgabe heran, aber ich traue sie mir zu. Ich möchte, dass das Haus Hollmann werthaltig in die Zukunft geführt wird. Und ich tue es wirklich gerne«, sagt sie.

Einen Chefkoch für den Restaurantbetrieb hat sie bereits gefunden und das Grundteam steht. »Aber ich stelle auch noch weiter ein«, sagt Antje Siekendiek. Kulinarisch erwartet die Gäste eine Deutsche Küche mit Einflüssen vom Mittelmeer. Die Speisekarte wird gerade entworfen.

Den Neuanfang nutzt die Inhaberin auch für eine bauliche Umstrukturierung. Die alte und beliebte Bierstube bleibt zwar wie sie war. Aber die WC-Anlagen werden innerhalb des Hauses in die nun ehemalige Lounge verlegt, hier finden sich dann auch Räume fürs Personal. Dafür kann der übrige Restaurantbereich vergrößert werden, so dass es letztlich in der Summe bei etwa 80 Plätzen bleiben wird. Durch die Umnutzung des Raumes wird nun aber auch eine Öffnung zum Biergarten im Innenhof möglich, was aus Sicht der Chefin ein klarer Vorteil ist. Wie Vater Herbert Siekendiek verrät, war im Erweiterungsbereich einst ein Pferdestall bei Hollmann untergebracht.

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