Hoffest Wittenbrock ist ein kleines Fest der Landwirtschaft Holz und säckeweise Zwiebeln

Halle (WB/el). Auf dem Hof von Marc Wittenbrock laufen einige Traditionen zusammen, die die heutige Landwirtschaft ausmachen. Alle zwei Jahre öffnet er daher seinen Betrieb für Neugierige.

Alle zwei Jahre will Marc Wittenbrock interessierten Besuchern die verschiedenen Aspekte heutiger Landwirtschaft nahe bringen. Für ihn gehört auch die Holzwirtschaft dazu
Alle zwei Jahre will Marc Wittenbrock interessierten Besuchern die verschiedenen Aspekte heutiger Landwirtschaft nahe bringen. Für ihn gehört auch die Holzwirtschaft dazu Foto: Eische Loose

In diesem Jahr ist der Landwirt selbst überrascht, wie viele Interessenten sich auf dem weitläufigen Areal einfinden. Quirliges Treiben bestimmt den Eindruck auf dem Hof Wittenbrock. »Mit so vielen Besuchern hatte ich nicht gerechnet«, sagt Hofbesitzer Marc Wittenbrock daher zwischen Begeisterung und Überraschung. Wegen des Andrangs kommt auch er kaum zur Ruhe, ist überall erklärend und demonstrierend unterwegs.

Dicht gedrängt stehen und spazieren die Besucher zwischen Scheunen und Ställen umher Foto: Loose

Denn der Hauptgrund, warum Marc Wittenbrock alle zwei Jahre zum Fest lädt, ist für ihn die Aufklärung darüber, was ein moderner Landwirt tut. Im Mittelpunkt steht bei ihm beispielsweise die Aufzucht von Kälbern. Diese sind allerdings nur rund vier Monate auf dem Hof – derzeit sind es 200 Tiere. Für die eigentliche Mast gibt Marc Wittenbrock sie dann an andere Betriebe weiter.

Bei den rund 600 Schweinen auf dem Hof sieht das anders aus. Sie kommen mit zwölf Monaten als Ferkel auf den Hof und werden so lange heran gezogen, bis sie geschlachtet werden können. Das Futter für die Tiere produziert Marc Wittenbrock mit seinen beiden Mitarbeitern und einem Auszubildenden großenteils selbst. Mais, Gerste, Weizen und Raps gehören zu den Futterpflanzen, wobei Raps auf dem Hof auch zu Öl verarbeitet wird.

Der Familienbetrieb ist daher schon recht breit aufgestellt, so dass sich für die Besucher unzählige Eindrücke ergeben. Doch rund 20 Aussteller vom Imker bis zum Traktor-Händler machen das Bild noch bunter. Und auch Marc Wittenbrock hat dem Hof noch weitere Möglichkeiten entlockt. So bewirtschaftet er aktiv ein hofeigenes Waldstück. Vor allem Buchenholz wird daher vor Ort getrocknet und entweder zu Scheitholz für Kamine und Öfen oder zu Holzschnitzeln für Heizungen verarbeitet. Dabei tüftelt die Hofmannschaft immer wieder individuelle Verbesserungen für die verwendeten Maschinen aus.

Allgemeine Informationen zu der nachwachsenden Energiequelle gibt es für die Besucher noch obenauf. Erklärungsbedürftig ist auch der riesige »Stapel« Zwiebeln, die Marc Wittenbrock beim Hoffest zum Verkauf anbietet. Sie werden ebenfalls im Betrieb angebaut. Ausschlaggebend war zunächst die bessere Auslastung der zum Teil leer stehenden Gebäude. »Warum gerade Zwiebeln? Das ist einfach mal was ganz anderes und macht uns Spaß«, meint Marc Wittenbrock verschmitzt zu dem beim Hoffest äußerst beliebten »Nebenprodukt«. Die Auswahl macht den Besuchern allerdings an jeder neu entdeckten Ecke Spaß; und manchmal verschmilzt dieser sogar mit einem guten Zweck. So drehen vor allem die Kinder mit seligem Blick Runde um Runde auf der Pferdekoppel. Ihren freiwilligen Beitrag dafür wird Marc Wittenbrock letztlich der Hippokrene zukommen lassen, also dem therapeutischen Reiten.

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