Bei »Oper-Rette sich wer kann« in der Masch singen alle Besucher mit Publikum geht herzlich gerne mit unter

Halle (WB). Der »Narhalla-Marsch« zum Einzug der Sängerinnen und Sänger lässt schon nichts Gutes ahnen. Doch das Publikum will ja gar nicht stiften gehen. Sondern zwei Stunden lang die Gala »Oper-Rette sich wer kann!« in vollen Zügen und ohne jede Fluchtmöglichkeit genießen.

Von Burkhard Hoeltzenbein

Reiner Beinghaus’ neuester Genie-Streich ist ein Potpourri aus Gute-Laune-Stücken, Herzschmerz-Schnulzen und ernsthaftem Opern-Geschäft. Die Mischung im aufwendig dekorierten Foyer des Schulzentrums Masch stimmt am Samstagabend für die 250 Gäste bis ins kleinste Detail.

Textsicher stimmen die Zuhörer in die »Capri Fischer«, oder »Junge, komm bald wieder« mit ein. »Wir wollen niemals auseinander gehn«, ist noch so eine Reminiszenz an die guten alten Zeiten. Wobei dieses besungene hehre Diätversprechen angesichts der kulinarischen Vielfalt und Mengen auf den Tischen kaum einzuhalten ist. Das vorsorglich unter das Hallendach verlegte Operetten-Picknick entwickelt selbst in dem Betonklotz aus den 70ern einen ganz besonderen Charme.

Im zweiten Teil gibt es ein leises »In the Ghetto«

Was natürlich viel am gereichten Gesanggut liegt. In drei Gängen serviert das Ensemble »Opus Arte« Fernweh- und Heimatgefühle. Da toben sich die Damen beim »Grisettenlied«, einem Dauerbrenner aus ihrem Repertoire, aus. Besingen die »Jungs« im Matrosenanzug stimmkräftig den »brennend heißen Wüstensand«. Und räkelt sich Beinghaus so übertrieben lasziv und mit schelmischem Grinsen beim »Tanze mit mir in den Morgen« auf dem Boden, dass sich das Publikum entscheiden muss, ob es nun noch mitsingen will oder doch lieber vor Lachen kapituliert.

Der Schelm und seine starken Solistinnen, die auch in der Garderobe mal wieder viel Tempo beim Wechseln der Kostüme beweisen, können aber auch anders. Im zweiten Teil gibt es ein leises »In the Ghetto«, bei dem Beinghaus seinen sanften Bariton schwingen lässt, um im nächsten Moment im Countertenor mit dem »I will always love you« eine Dame im Publikum samt Blumenstrauß zu überraschen. Noch stärker ist das melancholische »J’attendre«, bei dem sich die an diesem Abend in ihren mal frechen und mal sanften Rollen ganz besonders glänzende Manuela Heinrich erstens selbst am Akkordeon begleitet und zweitens selbst übertrifft. Bei »Lili Marleen« kommt endgültig Gänsehautstimmung auf, die sich in lang anhaltendem Applaus entlädt.

Der will bis zum Finale nicht enden. Das »Schwipps-Lied« spiegelt zu später Stunde den Stimmungspegel authentisch wider. Medleys mit Czárdás-Melodien und »Rössl«- Schnulzen klammern diesen Parforce-Ritt durch die Klangwelten der Generationen mit zarten Schmelz wunderbar ein.

Kommentare

Kommentat zu Oper Rette sich wer kann:

Das Opus Arte Team um Rainer Beinghaus hat am vergangenen Samstag mit der Präsentation etlicher Seemanns und Heimatlieder die kulturelle Musiklandschaft in OWL um ein vielfaches bereichert. Opus Arte bringt als musikalische Brücke der Bevölkerung im Landkreis Gütersloh auf wundersame Weise die Welt der Oper , Volksieder , Evergreens so nahe. Danke dafür.
Einfach hinreißend fand ich die Interpretation von Freddy Quinns Heimweh der gesamten Opus-Arte Truppe, J`attendre ( Gesang und Akkordeonsolo Manuela Heinrich und Lilly Marleen( Rainer Beinghaus und Manuela Heinrich Akkordeon) . Allen Mitgliedern von Opus Arte sei dafür gedankt, das traditionelle Liedgut am Leben zu erhalten.
Gerade diese Lieder erinnern uns an jene Kameradinnen und Kameraden, die in der Ferne ihren Dienst weitab der Heimat verrichten oder taten. Sei es als Angehörige der Handelsmarine oder auch als Staatsbürgerinnen und Staatsbürger in Uniform der Bundeswehr, oder Polizisten in den Auslandseinsätzen. Gott schütze unsere Soldatinnen und Soldaten, sowie alle Menschen die sich mit ihrem Engagement für den Frieden in der Welt und dem Nächsten einsetzen.
Volker Lehmann , CDU Gütersloh

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