Neues Nahmobilitätskonzept für die Innenstadt geplant SPD will mehr Fußgängerzonen

Halle  (WB/SKü). SPD-Fraktionschef Wolfgang Bölling macht Druck für die Realisierung von Vorschlägen aus dem Arbeitskreis Nahmobilität.

Der Haller Rathausvorplatz wird derzeit noch als Einbahnstraße genutzt. Das will die SPD im Sinne der Fußgänger ändern.
Der Haller Rathausvorplatz wird derzeit noch als Einbahnstraße genutzt. Das will die SPD im Sinne der Fußgänger ändern. Foto: Küppers

Bölling zeigte sich im jüngsten Bau- und Verkehrsausschuss darüber verärgert, dass Einzelmaßnahmen aus dem Arbeitskreis nicht auf der Tagesordnung zwecks Beschlussfassung aufgetaucht waren. Es müssten nämlich noch vor den verwaltungsinternen Beratungen zum nächsten Haushalt konkrete Beschlüsse gefasst werden, damit sie spätestens 2017 umgesetzt werden könnten.

Der Arbeitskreis, in dem ausgewählte Ratsmitglieder der verschiedenen Fraktionen, Vertreter der Verwaltung und Experten von einem Fachbüro für Nahmobilität sitzen, hat bislang drei Mal hinter verschlossenen Türen getagt. Bei einigen weitreichenden Veränderungen im künftigen Verkehrskonzept der Stadt scheint es Einvernehmen zu geben, bei anderen deuten sich Konflikte an.

Wolfgang Bölling nannte Beispiele, was seiner Ansicht nach dringend auf den Weg gebracht werden müsste. So sei die Verbannung des Autoverkehrs vom Ronchinplatz mehrheitsfähig im Arbeitskreis. Rund um das Haller-Willem-Denkmal sollen sich nur noch Fußgänger aufhalten dürfen. Auch der Rathaus-Vorplatz soll laut Bölling dauerhaft für den Durchgangsverkehr gesperrt.

Derzeit gilt für den Vorplatz (bis auf die Zeiten während des Wochenmarktes) eine Einbahnstraßenregelung. Hier ist auch eine viel genutzte Zufahrt von der Bahnhofstraße zum Parkplatz von Marktkauf Speicher. Der Betreiber des beliebten Restaurants Grill-Alex an der Ravensberger Straße hat bereits mehrfach darauf aufmerksam gemacht, dass man auf die bisherige Zufahrt im Sinne der Kundschaft angewiesen ist. Der Betreiber des Apollo-Brillengeschäftes hingegen würde eine Verbannung des Durchgangsverkehrs begrüßen. Die Frage des Rathaus-Vorplatzes, so war Bölling zu verstehen, scheint im Arbeitskreis strittig gewesen zu sein.

Laut des SPD-Chefs soll den Belangen von Fußgängern und Radfahrern im Nahmobilitätskonzept mehr Gewicht eingeräumt werden. Dazu zählt auch die flächendeckende Einführung von Tempo 30 in der Innenstadt. Ausnahmen sind offenbar nur bei wenigen Hauptverkehrsstraßen geplant, die bei Tempo 50 bleiben sollen.

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