Absperrbake unter Schranke auf Haller-Willem-Strecke geschoben Unbekannter legt Bahn lahm

Halle (WB/pes). Fahrgäste im »Haller Willem« sind am Mittwochvormittag auf eine Geduldsprobe gestellt worden. Weil ein Unbekannter sich eigenhändig einen Durchschlupf durch die beidseits des Bahnübergangs Alleestraße aufgestellten Absperrbaken verschafft hatte, war für längere Zeit die Signaltechnik lahmgelegt.

Die »Problem-Bake«: Die querstehende Bake verhindert, dass sich die Schranke vollständig senken kann. In diesem Fall bekommt die Signaltechnik eine Störung angezeigt und der Zug bekommt kein grünes Licht für Ein- oder Ausfahrt.
Die »Problem-Bake«: Die querstehende Bake verhindert, dass sich die Schranke vollständig senken kann. In diesem Fall bekommt die Signaltechnik eine Störung angezeigt und der Zug bekommt kein grünes Licht für Ein- oder Ausfahrt. Foto: Klaus-Peter Schillig

In Fahrzeugbreite hatte jemand die Absperrungen im 90-Grad-Winkel verschoben und auch den schweren Standfuß an die Seite gerückt, vermutlich um den Bahnübergang, der wegen der Aufbauarbeiten für das Stadtfest gesperrt ist, mit einem Fahrzeug passieren zu können.

Die Übergänge für Fußgänger sind weiterhin frei. Eine der querstehenden Baken verhinderte aber, dass sich die Schranke, die normalerweise die Alleestraße Richtung Innenstadt absperrt, vollständig senken konnte. Die Folge: Die Züge bekamen weder für die Ein- und für die Ausfahrt grünes Licht.

Zug fährt nur noch Schritttempo

So musste beispielsweise der Zug, der planmäßig um 9.25 Uhr auf Gleis 2 einfahren soll, fast zehn Minuten vor dem geschlossenen Einfahrtssignal in Höhe des Berufskollegs warten. »Wir bekommen keine Einfahrt, weil die Schranken noch nicht geschlossen sind. Es geht aber gleich weiter«, verkündete die Zugführerin über die Sprechanlage.

Nach einer eingeschränkten Freigabe aus dem Stellwerk in Lage, von wo die Situation am Haller Bahnhof nur bedingt überschaubar ist, durfte der Zug im Schritttempo Richtung Bahnhof weiterfahren und sich nur äußerst vorsichtig über die Straße tasten. Obwohl die ja durch die Baken und die fast geschlossene Schranke abgesperrt war.

Auch der Gegenzug Richtung Bielefeld musste entsprechend lange im Bahnhof warten, musste beim Überqueren des Bahnübergangs die gleiche mühsame Prozedur absolvieren. Und im Zug saßen offensichtlich Passagiere, denen in Bielefeld die Anschlusszüge davonzufahren drohten. Wenn sich noch ermitteln ließe, wer die Schranke blockiert hat, könnte der in solchen Fällen wenigstens in Regress genommen werden.

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