Abriss des Parkdecks am Lindenbad erweist sich als relativ mühsam – 100.000 Euro Kosten »Das ist solide gebaut«

Halle (WB/SKü). Als zu Beginn dieses Jahres über den Abriss des oberen Parkdecks am Lindenbad diskutiert wurde, war dies ein politischer Aufreger. Ziemlich unaufgeregt haben am Montag die Abrissarbeiten begonnen, wenngleich nicht ganz ohne Probleme.

Das obere Parkdeck am Lindenbad wird für insgesamt 100.000 Euro Abrisskosten in den kommenden drei Wochen Stück für Stück abgetragen. Weil der untere Parkplatz erhalten und nicht beschädigt werden soll, müssen die Bauarbeiter vorsichtig agieren.
Das obere Parkdeck am Lindenbad wird für insgesamt 100.000 Euro Abrisskosten in den kommenden drei Wochen Stück für Stück abgetragen. Weil der untere Parkplatz erhalten und nicht beschädigt werden soll, müssen die Bauarbeiter vorsichtig agieren. Foto: Stefan Küppers

Mit dem Abriss ist das Unternehmer Rolker aus Bruchmühlen beauftragt. Etwa drei Wochen sollen die Arbeiten dauern, solange müssen die Anwohner rund um den Gausekampweg mit Lärmbelästigungen tagsüber rechnen. Für die Abbruchspezialisten von Rolker ist die Beseitigung des Parkdecks kein einfaches Unterfangen. Denn es soll eben nicht mit brachialer Gewalt beseitigt werden, sondern möglichst schonend und Stück für Stück. Schließlich soll der untere Parkplatz erhalten und weiterhin von Besuchern des Lindenbads und des Gerry-Weber-Sportparks genutzt werden.

Da also die massiven Metallpfeiler und -verstrebungen nicht einfach weggeknickt werden können, muss sich das Team um Vorarbeiter Uwe Neurath Stück für Stück und Betonplatte für Betonplatte vorarbeiten. Das kostet Zeit und Mühe und ist aufwendiger als zunächst gedacht. Zumal das Parkdeck nach Einschätzung der Abbruchspezialisten ganz solide gebaut ist. »Marode oder einsturzgefährdet ist dieses Parkdeck nicht. Da haben wir schon andere gesehen, zum Beispiel in Wuppertal«, sagt Vorarbeiter Uwe Neurath.

Um den unteren Parkplatz  durch den Abbruch nicht zu beschädigen, werden vorsichtig die Betonplatten in großen Stücken zwischen den Pfeilern und Eisenverstrebungen herausgebrochen. Sie werden auf Lkw verladen und beim Betrieb Rolker verarbeitet und für das Recycling hergerichtet.  Um den Belag unten zu schonen, rollt der Abrissbagger auf besonderen Platten.

»Wenn alles mal fertig ist, werden wir uns sicherlich mal Gedanken über eine Herrichtung des unteren Parkplatzes machen müssen«, sagt Eckhard Hoffmann, Abteilungsleiter in der Haller Bauverwaltung, dem WB. »Es hat übrigens auch nie jemand behauptet, dass die Bausubstanz des Parkdecks schlecht ist. Es war nur klar, dass die Oberfläche des Decks hätte saniert werden müssen«, verdeutlicht Hoffmann. Und das wäre nun einmal teurer gekommen als ein Abriss. Zumal die Parkplätze auf dem Oberdeck nicht mehr benötigt würden, wie Zählungen über Monate ergeben hätten.

Unter keinen ersichtlichen Umständen werde der Parkraum am Gausekampweg tatsächlich benötigt, sagt Hoffmann. Als beim jüngsten Stadtfest in der Innenstadt alle Parkplätze belegt gewesen seien, habe man am Lindenbad auf der unteren Parkebene immer noch viele freie Plätze gefunden. Und darum habe sich der Stadtrat mehrheitlich für den Abriss und gegen eine Sanierung ausgesprochen. Letztere hätte nach Schätzungen 160.000 Euro gekostet, der Abriss kostet 100.000 Euro.

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