Verdachtsfälle auf Geflügelpest in den Kreisen Gütersloh, Paderborn und Minden-Lübbecke – Aufstallungspflicht im gesamten Regierungsbezirk Detmold
Geflügel muss im Stall bleiben

Gütersloh/Paderborn/Minden (dpa) -

Wegen mehrerer Verdachtsfälle auf Geflügelpest dürfen Hühner und anderes Nutzgeflügel im gesamten Regierungsbezirk Detmold vorerst nicht mehr aus dem Stall.

Mittwoch, 03.03.2021, 14:48 Uhr aktualisiert: 03.03.2021, 15:04 Uhr
Ein Schild mit dem Schriftzug „Geflügelpest“ hängt an einem Zaun eines Geflügelmastbetriebes. Foto: Stefan Sauer/dpa

Ein Erlass für die sogenannte Aufstallungspflicht sei am Mittwoch an die Kreise in der Region gegangen, sagte ein Sprecher des Landesamtes für Umwelt, Natur und Verbraucherschutz (Lanuv). Nach Verdachtsfällen bei einem Mast-Enten-Betrieb im Kreis Gütersloh sowie bei einem Hobbyhalter im Kreis Paderborn werde im Kreis Minden-Lübbecke zur Zeit ein weiterer Verdacht auf das Virus in einem Putenbetrieb mit 7000 Tieren geprüft, so der Sprecher. Ist eine Infektion mit der Geflügelpest wahrscheinlich, wird auch hier der Tierbestand getötet.

Im Kreis Gütersloh hatten viele der 20.000 Enten bereits massive Krankheitssymptome gezeigt und waren wie die 50 Tiere im Nachbarkreis Paderborn getötet worden. Die Stallpflicht sei ein wirksames Mittel zur Verhinderung einer weiteren Ausbreitung der Tierseuche, sagte der Lanuv-Sprecher. Außerdem seien Landwirte aufgerufen, ihre Hygienemaßnahmen auf Wirksamkeit zu überprüfen, um Viruseinträge in den Stall zu verhindern.

Proben aus den betroffenen Betrieben wurden am Mittwochvormittag noch vom zuständigen Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit, dem Friedrich-Loeffler-Institut, untersucht. Es ist für die Bestätigung von Verdachtsfällen zuständig und stellt auch den Virus-Typ fest. Je nachdem, wie ansteckend die Variante ist, werden in den betroffenen Kreisen weitere Maßnahmen verhängt.

Einem Kreissprecher aus Gütersloh zufolge ist rund um den Entenbetrieb in Versmold eine Zone mit besonderen Schutzmaßnahmen eingerichtet worden. So dürfen in dem Gebiet Geflügel- und Geflügelprodukte nicht transportiert werden, es gelten besondere Dokumentationspflichten für Tierhalter. Details zu möglichen Sperrbezirken sind aber abhängig von den Untersuchungen des Bundesinstituts.

Die Infektionskrankheit, die auch Vogelgrippe genannt wird, kommt vor allem bei Wasservögeln und anderen Vögeln vor. Bei intensivem Kontakt können sich auch Menschen anstecken. Eine Übertragung über infizierte Lebensmittel gilt aber als unwahrscheinlich. Die Geflügelpest ist eine anzeigepflichtige Tierseuche und wird daher staatlich bekämpft.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7847856?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198389%2F2516079%2F
CDU-Bundesvorstand will Laschet als Kanzlerkandidaten
CDU-Bundesvorsitzender und Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen Armin Laschet wird Kanzlerkandidat.
Nachrichten-Ticker