Gütersloh und Bielefeld: Nach Corona-Fall im Werk Euskirchen schließen fünf weitere Produktionslinien
4000 Miele-Beschäftigte betroffen

Gütersloh (WB) -

Auf Verbraucher, die in diesen Tagen etwa eine Miele-Waschmaschine, einen Miele-Trockner oder Geschirrspüler bestellt haben, kommt eine noch längere Wartezeit zu als bisher schon gegeben. Hintergrund ist der Corona-Ausbruch im Euskirchener Werk des Gütersloher Hausgeräteherstellers.

Dienstag, 02.03.2021, 04:00 Uhr
Die Waschmaschinenproduktion ruht derzeit, aber auch Trockner, Geschirrspüler und Staubsauger werden nicht gefertigt. Foto: dpa

Als Folge muss Miele in dieser Woche in fünf weiteren Werken die Produktion herunterfahren, unter anderem in Bielefeld und am Stammsitz Gütersloh, wie das Unternehmen am Montag auf Nachfrage mitteilte.

In Euskirchen fertigt Miele Motoren für Waschmaschinen, Trockner, Geschirrspüler und Staubsauger. Dort waren in der vergangenen Woche 18 Mitarbeiter positiv auf das Coronavirus getestet worden. Bei zehn von ihnen war die britische Mutante festgestellt worden. Daraufhin mussten sich 206 der insgesamt rund 500 Mitarbeiter bis einschließlich 9. März in Quarantäne begeben.

Von dem Stopp in Euskirchen sind folgende Werke betroffen: die Waschmaschinenwerke in Gütersloh und im polnischen Kasawerów (jeweils ab 3. März) sowie die Trocknerproduktion im tschechischen Uničov (ab 2. März), ferner die Geschirrspülerproduktionen in den Werken Bielefeld (ab 4. März) und Uničov (ab 3. März) und die Staubsaugerproduktion im Werk Bielefeld (seit 1. März). Und weil die Kunststoffkomponenten aus Warendorf durch diese Gerätewerke nicht abgenommen werden können, ruhe ab 3. März auch in Warendorf die Produktion.

Nach heutigem Stand ist geplant, dass die heruntergefahrenen Werke am 10. März wieder mit der Produktion starten.

Miele-Sprecher Carsten Prudent

Nur die Elektronikwerke in Gütersloh und Brasov (Rumänien), die die genannten Werke ebenfalls beliefern, könnten weiterproduzieren. Auch die Produktion der Professional-Geräte für das Gewerbe in den Werken Bielefeld und Lehrte liefen weiter. Gleiches gelte für das Komponentenwerk in Bürmoos (Österreich) und das Staubsaugerwerk in Dongguan (China). Die drei Werke der Sparte „Cooking“ (Arnsberg, Bünde und Oelde) erhalten keine Teile aus Euskirchen und seien daher ebenfalls nicht betroffen, teilte Miele weiter mit.

„Nach heutigem Stand ist geplant, dass die heruntergefahrenen Werke am 10. März wieder mit der Produktion starten“, sagte Miele-Sprecher Carsten Prudent am Montag.

Von den Arbeitsausfällen seien mehr als 4000 Miele-Beschäftigte betroffen, davon in Bielefeld rund 1000 und in Gütersloh etwa 1100. Prudent: „Ziel ist, den Ausfall so weit wie möglich durch flexible Instrumente zu bewältigen. Unsere Kundinnen und Kunden müssen wir leider um Verständnis dafür bitten, dass sich die Liefersituation in den kommenden Wochen nicht entspannen wird, sondern tendenziell eher noch Wartezeit hinzukommt.“ Miele will diese Auswirkungen jedoch so gering wie möglich halten. Prudent: „Ebenfalls werden wir so schnell wie möglich über Terminverzögerungen informieren.“

Laut Miele ist weiter unklar, wie das Virus in den Betrieb gelangte und sich dort ausbreitete. Es gebe keine Hinweise darauf, dass dies auf unzureichende Schutzmaßnahmen zurückzuführen sei, betonte das Unternehmen. Carsten Prudent: „Auf welche Weise bei Miele künftig getestet wird, wird gerade geprüft.“

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7844786?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198389%2F2516079%2F
CDU-Bundesvorstand will Laschet als Kanzlerkandidaten
CDU-Bundesvorsitzender und Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen Armin Laschet wird Kanzlerkandidat.
Nachrichten-Ticker