Anlieger des Gewerbegebiets Nord in Gütersloh hatte sich über das Verhalten von Fahrern beklagt
Miele schafft Wartezone für Lastwagen

Gütersloh (din) - In einem Bürgerantrag beklagt ein Anlieger des Gewerbegebiets Nord in Gütersloh, dass die Parkstreifen an der Diesel- und der Gottlieb-Daimler-Straße von gebietsfremden Lastwagen zugestellt würden. „Sie fahren nur zum Parken hierhin. Sie parken tagsüber, nachts oder am ganzen Wochenende.“

Montag, 01.03.2021, 06:55 Uhr aktualisiert: 01.03.2021, 12:35 Uhr
An der Gottlieb-Daimler-Straße im Industriegebiet Nord steht am vorigen Freitag ein polnischer Lastwagen auf dem Parkstreifen. Auch andere Lastwagen mit auswärtigen Kennzeichen halten dort. Die Fahrer sitzen hinter den Lenkrädern. Zuordnen lassen sich die Lastwagen mangels Beschriftung zunächst nicht.

“Die Parkplätze sind derart überlastet, dass man abends Glück haben muss, dass die eigene Zufahrt nicht zugestellt ist“, heißt es in dem Antrag, der auf der Tagesordnung für den Hauptausschuss am 1. März steht (17 Uhr, Stadthalle).

„Die Fahrer verhalten sich disziplinlos“, führt der Antragsteller weiter aus. Angrenzende Flächen würden zugemüllt. An Bäumen und in Gärten verrichteten Fahrer ihre Notdurft. Es gebe eine Rattenplage, weil auch Essensreste weggeworfen würden.

Namentlich und zu einem Großteil macht der Antragsteller Lieferanten der Firma Miele verantwortlich, die Bauteile lieferten und das Unternehmen zu einem festgelegten Zeitpunkt ansteuern müssten (Just-in-time-Anlieferung). Miele spare dadurch Kosten. Die Parkstreifen seien aber von den Anliegern mitfinanziert worden.

Deshalb fordert der Antragsteller, die Stadt möge eine allgemeine Regelung erlassen, wonach Firmen mit Just-in-time-Produktion ausreichende Stellflächen und Sanitäreinrichtungen für die Fahrer auf dem eigenen Gelände vorhalten müssen – ähnlich wie beim Stellpatznachweis für Wohngebäude –, um den öffentlichen Raum zu entlasten.

9000 Quadratmeter großes Grundstück angemietet

Auf Nachfrage bestätigte Miele-Sprecher Carsten Prudent, es sehe tatsächlich so aus, als würde der Bereich im Industriegebiet Avenwedde-Bahnhof von Lastwagen-Fahrern auch als Park- und Wartezone genutzt. Dabei sei es auch nicht von der Hand zu weisen, dass ein Teil dieser Fahrer Miele angesteuert haben könnte oder dies wolle. Genaue Zählungen gebe es dazu nicht.

Um Fahrern mit dem Ziel Miele das Warten zu erleichtern und die Lieferprozesse zu optimieren, habe Miele ein etwa 9000 Quadratmeter großes Grundstück nordwestlich der Kreuzung von Gottlieb-Daimler- und Dieselstraße angemietet. Der Sprecher: „Schon in wenigen Tagen wird es hier die Möglichkeit geben, vor oder nach einer Be- oder Entladung bei Miele im hierfür üblichen Rahmen Lastwagen abzustellen. Dabei wird es ausreichend Platz geben, um den relevanten Miele-Lieferverkehr aufzunehmen. Auch eine Sanitäreinrichtung wird bereitgestellt.“

Die Entscheidung, aktuell eine zusätzliche Pufferzone für wartende Lastwagen zu schaffen, folge einer „sehr erfreulichen Entwicklung der verkauften Stückzahlen bei Miele und der damit verbundenen Ausweitung auch des Lieferverkehrs“, so Prudent.

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