Gütersloh
200 Miele-Mitarbeiter unter Quarantäne

Gütersloh/Euskirchen (gl/din) - Im Miele-Werk Euskirchen ist es zu Infektionen mit dem Corona-Virus gekommen. „Trotz umfassender Schutzmaßnahmen“, wie das Unternehmen am Mittwoch mitteilte. Bei sechs von zunächst acht positiv getesteten Mitarbeitern sei die als besonders ansteckend geltende britische Virusvariante B.1.1.7 nachgewiesen worden.

Mittwoch, 24.02.2021, 20:14 Uhr aktualisiert: 24.02.2021, 20:31 Uhr
Das Werk in Euskirchen: Unter den Beschäftigten ist die britische Virusvariante B.1.1.7 nachgewiesen worden.

Am Dienstag wurde daraufhin bei allen rund 500 Beschäftigten des Werks von einer Taskforce des Malteser Hilfsdienstes eine Reihentestung durchgeführt, deren Resultate für Donnerstag, 25. Februar, angekündigt sind. Wegen des erhöhten Infektionsrisikos durch die britische Virusmutation hat das Gesundheitsamt des Kreises Euskirchen per sogenannter Allgemeinverfügung vom 23. Februar 2021 etwa 200 Beschäftigte aus dem Bereich der Fertigung unter häusliche Quarantäne gestellt („Cluster-Quarantäne“).

Daraufhin hat die Werkleitung laut Mitteilung des Unternehmens noch am selben Abend im Einvernehmen mit dem Gesundheitsamt die Nachtschicht abgesagt. Seither ruht im Miele-Werk Euskirchen die Fertigung.

Nach ersten Auswertungen steht fest, dass es zu weiteren bestätigten Fällen gekommen ist. Hiernach sind, Stand Mittwoch, 17 Uhr, laut Miele weitere sechs Beschäftigte positiv getestet, woraus sich eine Gesamtzahl von 14 Fällen ergibt.

„Miele hat an allen Standorten sehr frühzeitig und konsequent die erforderlichen Konzepte zum Schutz der Belegschaften und Dritter vor Ansteckung entwickelt und umgesetzt, den gesetzlichen Vorgaben entsprechend und darüber hinaus“, wird Dr. Stefan Breit, Technik-Geschäftsführer der Miele-Gruppe, zitiert. Gesicherte Erkenntnisse darüber, auf welchem Weg und über welche Stationen das Virus ins Werk Euskirchen gekommen sei, lägen nicht vor. Die Ausbreitung beschränke sich weiterhin auf die Fertigung, während bislang kein Beschäftigter aus anderen Bereichen des 110 000 Quadratmeter großen Werkgeländes positiv getestet worden sei.

Wie es bei Miele in Euskirchen in den kommenden Tagen weitergeht, hängt von den weiteren Testergebnissen ab sowie von der dann anstehenden behördlichen Neubewertung der Lage. „Wir stehen in engem Kontakt mit dem Gesundheitsamt und stimmen die weiteren Schritte sorgfältig ab“, erklärt Werkleiter Hendrik Krämer in der Mitteilung. „Vor allem aber hoffen wir, dass sich die erkrankten Kolleginnen und Kollegen möglichst bald wieder erholen.“

Folgen für andere Werke

Das Miele-Werk Euskirchen wurde 1951 zur Produktion von Fahrrad-Dynamos errichtet und ist laut Mitteilung des Unternehmens heute mit rund 500 Beschäftigten „das Technologiecenter zur Entwicklung und Fertigung elektrischer Antriebe der Miele Gruppe“. Hinzu kommen die Kabeltrommeln für die Staubsauger.

Der Produktionsstillstand infolge der Corona-Infektionen hat möglicherweise auch Auswirkungen auf die Fertigung in den Werken Gütersloh und Bielefeld, wohin das Euskirchener Werk Motoren und Kabeltrommeln (Bielefeld) liefert. „Die Auswirkungen des Stopps in Euskirchen werden geprüft“, erklärte Miele-Sprecher Carsten Prudent am Abend auf Nachfrage dieser Zeitung. Sie dürften davon abhängen, wie lange die Produktion in Euskirchen ruht. Näheres soll ebenfalls am Donnerstag zu erfahren sein.

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