Gütersloh
Nachfrage nach Tieren ist groß

Gütersloh (lw) - Lockdown, Homeoffice, kaum verreist: Die Beschränkungen im Zuge der Corona-Pandemie hat nicht wenige Menschen dazu veranlasst, sich ein Haustier zuzulegen. Im Tierheim Gütersloh sei die Nachfrage nach einem vierbeinigen Begleiter gestiegen, sagt Petra Kulik.

Montag, 08.02.2021, 17:25 Uhr aktualisiert: 08.02.2021, 18:16 Uhr
Zuhause gesucht: Es habe sich bemerkbar gemacht, dass durch die Pandemie mehr Menschen Zeit für ein Haustier hätten, so die Einschätzung des Tierschutzvereins Gütersloh.

Gerade im Dezember und Januar sei die Nachfrage nach Hunden ohnehin höher als sonst im Jahr. „Das liegt daran, dass viele Menschen über die Feiertage frei haben oder Resturlaub nehmen“, sagt Petra Kulik.

“Wir haben auch für ein paar Sorgenkinder und Langzeitfälle tolle Menschen gefunden“

Aber generell seien im Corona-Jahr mehr Anfragen reingekommen. Was die Vorsitzende des Tierschutzvereins Gütersloh und Umgebung besonders freut: „Wir haben auch für ein paar Sorgenkinder und Langzeitfälle tolle Menschen gefunden.“

Aber nicht nur nach Hunden sei die Anfrage groß gewesen, sondern nach Tieren aller Art. Es habe sich schon bemerkbar gemacht, dass durch die Pandemie mehr Menschen Zeit für ein Haustier hätten. „Wir hatten hier zum Beispiel einen Vater, der richtig zum Handwerker geworden ist und für die Kaninchen einen großen Stall gebaut hat.“

Lebenssituation der potenziellen Halter wird gründlich abgeklopft

Dass die Tiere – allen voran die Hunde – nach dem Lockdown, wenn wieder mehr Menschen ins Büro müssen, wieder im Tierheim abgegeben werden, darüber macht sich Petra Kulik keine Sorgen. „Wir achten sehr genau darauf, wie die Lebenssituation der potenziellen Halter ist“, sagt sie. So könne man sicherstellen, dass der Hund auch zum Menschen passe.

Mehr Gedanken macht sich die Vereinsvorsitzende über Nachrichten, die sie aus dem Norden des Landes, aus der Bremer Region etwa, erreichen. Dort würden vermehrt Tiere abgegeben, die privat übers Internet angeschafft worden seien. Dort solle man genau darauf achten, dass der Züchter seriös sei.

Zahl der Hundebesitzer steigt

Seit März ist das Tierheim für den allgemeinen Besucherverkehr geschlossen. Ein Kennenlernen ist nur mit Termin möglich. „Die Tiere sind ruhiger und entspannter“, sagt Petra Kulik. In der Hinsicht würde sich die Pandemie schon deutlich auswirken. Was durch die Schließung und die ausgefallenen Veranstaltungen aber fehle, seien Geldspenden. „Futter und Sachspenden bekommen wir glücklicherweise sehr viele. Allerdings müssen wir ja auch den Tierarzt und die Mitarbeiter bezahlen“, sagt Petra Kulik.

Dass in der Stadt Gütersloh die Zahl der Hundebesitzer steigt, ist ein Trend, der schon einige Jahre anhält. 5653 Hunde waren 2020 gemeldet. Das seien 101 mehr als im Vorjahr, erklärt Stadtsprecherin Susanne Zimmermann. Das sei aber der ganz normale Trend seit 2014. Ob Corona dabei eine Sonderrolle spiele, lasse sich aus der Statistik nicht herauslesen.

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