Gütersloh
Erste Erfahrungen mit der Fahrradstraße

Gütersloh (gl) - Im Kreis Gütersloh ist erstmals eine Fahrradstraße ausgewiesen worden, die zwei Kommunen verbindet. Die Route führt vom Gütersloher Süden parallel zur Bundesstraße (B) 61 und der Bahnstrecke in Richtung Rheda. Heike Landwehr und Thomas Karrasch haben die Strecke getestet.

Montag, 08.02.2021, 17:51 Uhr aktualisiert: 08.02.2021, 18:16 Uhr
Wie ist es, auf der neuen Fahrradstraße zwischen Gütersloh und Rheda unterwegs zu sein? Dieser Frage sind Heike Landwehr und Thomas Karrasch vom Gütersloher Kreisverband des Allgemeinen Deutschen Fahrradclubs (ADFC) auf den Grund gegangen.

Die beiden sind tätig für den Kreisverband des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC). Ihr Fazit: Die neue Fahrradstraße hat Potenzial, wird aber von zu vielen Autos genutzt.

“Vom Verkehrslärm der B 61 bekommt man hier nichts mit“

Vom Kiebitzhof kommend über die Brücke der Wapel – dort steht das Schild, dem Verkehrsplaner sachlich-nüchtern das Zeichen 244 gegeben haben. Es markiert den Beginn der Fahrradstraße, die Gütersloh und Rheda-Wiedenbrück für Radfahrer ein wenig näher zusammenbringen soll.

„Vom Verkehrslärm der B 61 bekommt man hier entlang der weiten Felder nichts mit“, heißt es im Bericht des ADFC – „Maximal ein ICE rauscht dann und wann sicht- und hörbar vorbei.“ Auch aus diesem Grund sei die Strecke seit jeher eine beliebte Rad- und Wanderstrecke sowohl für Freizeitradler als auch für radfahrende Berufspendler.

Zusatzschild erlaubt Bewohnern und Landwirten, zu Häusern und Feldern zu kommen

„Auf jeden Fall ist die Idee super, die Rhedaer Straße und Sudheide zur Fahrradstraße zu machen“, sagt Heike Landwehr. „Damit wird die Straße für Radfahrende noch einmal aufgewertet, nachdem hier vor etwa einem Jahr die Oberfläche saniert wurde“. Auf der neuen Fahrradstraße dürfen nur Kraftfahrzeuge der Anlieger passieren. Ein Zusatzschild ermöglicht, dass Bewohner zu ihren Häusern und Landwirte zu ihren Feldern kommen. Eine analoge Regel gilt auch am Gütersloher Postdamm.

„Diese Anlieger-frei-Regel ist aber weder hier noch am Postdamm neu und galt auch schon vor Einführung der jeweiligen Fahrradstraßen“, sagt Thomas Karrasch. Das ADFC-Vorstandsmitglied, das häufig mit Fahrrad und Hund im Rhedaer Forst unterwegs ist, berichtet von seinen Erfahrungen vor der Einführung der Fahrradstraße. „Es waren viele Autofahrende dabei, die die Anlieger-frei-Regelung missachtet haben und mit viel zu geringem Abstand und zu hohem Tempo an den Radfahrenden vorbeigefahren sind.“ Insbesondere zur Feierabendzeit oder bei Staus auf der B 61 sei dort immer viel Autoverkehr gewesen.

Eigentlich sollte die Strecke an einem früheren Punkt beginnen

Die Fahrradstraße beginnt kurz hinter der Wapelbrücke noch auf Gütersloher Gebiet der Rhedaer Straße und endet an der Kreuzung der Sudheide mit der Emser Landstraße. „Laut einem Protokoll des Planungsausschusses der Stadt Gütersloh sollte die Fahrradstraße eigentlich schon am Knisterbachweg in der Nähe vom Kiebitzhof beginnen“, wundert sich Heike Landwehr. Aus ihrer Sicht ist es sinnvoll, die Fahrradstraße sogar schon an der Kiebitzstraße zu starten.

Heike Landwehr und Thomas Karrasch fuhren die Strecke mehrfach ab. Dabei wurden sie nach eigenen Aussagen einige Male von Autos überholt, teilweise sehr eng. „Seit der Novelle der Straßenverkehrsordnung vom vergangenen Jahr müssen Autofahrer 1,50 Meter Abstand zu Radfahrenden einhalten, außerorts, wie hier, sogar zwei Meter.“

Autofahrer drängt sich dicht an den Radfahrern vorbei

Dieser Abstand sei bei den recht schmalen Wirtschaftswegen nicht möglich, selbst wenn Radfahrer hintereinander führen und nicht nebeneinander. Ein weiterer Autofahrer hat sich laut Bericht an den ADFC-Aktiven vorbei gedrängt und fuhr weniger als einen halben Meter an Heike Landwehr vorbei.

Ein wenig ärgert es die Radfahrer, dass dort so viele Autos unterwegs sind. „Da gibt es mit der parallelen B 61 schon eine gute ausgebaute Bundesstraße, und trotzdem fahren hier so viele Autos“, sagt Heike Landwehr. „Das Problem, dass Fahrradstraßen von viel zu vielen Autofahrern nach wie vor benutzt werden, ist leider nicht neu. Wir sehen das auch an vielen Anlieger-frei-Straßen“, erklärt Thomas Karrasch.

Pömpel in der Straßenmitte könnte Durchgangsverkehr abbinden

Wenn Polizei oder Ordnungsämter keine Handhabe gegen den Durchgangsverkehr hätten, helfe letztlich nur eine konsequente Abbindung der Straße, etwa mit einem Pömpel in der Mitte. Wer wirklich Bewohner sei, erhalte einen Schlüssel oder eine Fernbedienung, um den Pömpel für die Durchfahrt abzusenken.

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