Gütersloh
Weshalb die Stadt mehr Mitarbeiter benötigt

Gütersloh (rebo). Die Antwort auf die Frage, warum in der Stadtverwaltung 53,5 zusätzliche Stellen zu den bereits vorhandenen 1200 geschaffen werden sollen, ist einfach: „Die Bürger wollen, dass Aufgaben schnell erledigt werden. Dazu ist Personal erforderlich. Und unsere Stadt wächst.“ So erklärt es Bürgermeister Norbert Morkes.

Samstag, 06.02.2021, 06:00 Uhr aktualisiert: 06.02.2021, 10:01 Uhr
Personaleingang des Rathauses: Rund 1200 Beschäftigte gehören zur Gütersloher Stadtverwaltung. 53,5 zusätzliche Stellen sind nach Angaben der Verwaltung erforderlich, um alle Aufgaben zügig bearbeiten zu können.

Bereits in seiner Rede zur Haushaltseinbringung hatte Morkes (Foto links) gesagt, als Fraktionschef der BfGT habe er selbst immer gefragt, ob denn schon wieder neue Stellen in der Verwaltung eingerichtet werden müssten. „Ich habe damals nicht den Einblick gehabt“, sagt er jetzt im Gespräch über den aktuellen Stellenplan. „Wenn man im Rathaus sitzt, sieht die Welt etwas anders aus.“

Irgendwann ist nicht mehr alles zu leisten

Carsten Schlepphorst, Leiter des Fachbereichs Organisation und Personal der Stadt (Foto rechts), ergänzt: „Wir haben in den vergangenen Jahren versucht, alle Herausforderungen mit dem Personal zu meistern, dass zur Verfügung steht. Das funktioniert eine Weile, aber irgendwann geht es nicht mehr.“ Schlepphorst führt Beispiele an. So soll einen neue Stelle im Bereich Straßenunterhaltung geschaffen werden. „Es geht nicht nur darum, neue Straßen zu bauen, sondern sie auch instand zu halten.“ In Gütersloh entstünden an unterschiedlichen Stellen neue Baugebiete. Die Aufgaben in diesem Bereich nähmen stetig zu.

45 Brücken im Stadtgebiet

Zudem werde dringend ein Bauingenieur benötigt, der sich schwerpunktmäßig um die Erhaltung und Erneuerung von Brückenbauwerken kümmert. Insgesamt 45 Brücken – auch kleine, zum Teil landwirtschaftlich genutzte – gibt es im Stadtgebiet. Die müssten regelmäßig überprüft werden. Welche Schäden an diesen Bauwerken auftreten könnten, habe sich an der Fußgängerbrücke über die B 61 gezeigt. Den Baubeginn für die neue Brücke über den Westring datiert Morkes dabei mit Anfang Juli. Die Ausschreibung werde im April erfolgen.

Baumpfleger, Hochbauingenieure und Architekten

Nach dem aktuellen Stellenplan soll unter anderem eine Stelle zur Leitung der Atemschutzwerkstatt bei der Feuerwehr besetzt werden. Beim Fachbereich Grünflächen wird ein Baumpfleger benötigt – unter anderem, weil sich der städtische Baumbestand verschlechtert hat. Drei Hochbauingenieure beziehungsweise Architekten sollen ebenso zusätzlich eingestellt werden, wie eine Verwaltungsfachkraft, die sich unter anderem um die Vergabe von Aufträgen kümmern soll.

Stetige Unterhaltungsmaßnahmen

Ein weiterer Mülllader soll das Team des städtischen Bauhofs erweitern. Ein Ingenieur für Kanalsanierungs- und Neubaumaßnahmen soll eingesetzt werden, um die im Rahmen des Abwasserbeseitigungskonzepts erforderlichen Maßnahmen in die Wege zu leiten. „Wir haben in den vergangenen Jahren zwar schon viele Bereiche der 842 Kilometer messenden Kanalisation erneuert“, sagt Schlepphorst. Es seien aber stetige Arbeiten erforderlich. „Wenn Sie hinten fertig sind, können Sie vorn wieder anfangen.“

Fremdaufbrüche

Welche Aufgaben ein Tiefbautechniker hat, der die rund 1000 „Fremdaufbrüche“ im Jahr im Auge behalten soll, erläutert Carsten Schlepphorst. Wenn zum Beispiel Telefonanbieter eine Genehmigung erhielten, an bestimmten Stellen Straßenaufbrüche vorzunehmen, müssten diese anschließend auch wieder vorschriftsmäßig beseitigt werden.

Viele Bereiche von außen nicht sichtbar

Das sei ein gutes Beispiel für die vielfältigen Aufgaben, die von der Verwaltung bearbeitet werden müssten, und von denen die Politik und die Bürger oft gar nichts wüssten, sagt Norbert Morkes, um noch einmal zu betonen, warum er sich dafür einsetzt, die Planstellen auch genehmigt zu bekommen.

Drei Systemadministratoren

Auf seinen ausdrücklichen Wunsch ist im Bereich Systemadministration auch die Gründung drei neuer Stellen im Plan ausgewiesen. Die Digitalisierung der Verwaltung sei eine der vorrangigen Aufgaben, erläutert Carsten Schlepphorst. Der IT-Bereich sei aber bereits so eingespannt, dass erforderliche Arbeiten nicht umgehend erledigt werden könnten. „Wenn wir die Bürger beim Digitalen Aufbruch mitnehmen wollen, müssen wir in der Verwaltung die Grundlage dafür schaffen“, erklärt Morkes.

Politik entscheidet

„Wir sind ein interessanter Arbeitgeber“, wirbt der Personalchef Carsten Schlepphorst. Als Ingenieur oder Architekt sei es zum Beispiel möglich, ein Projekt vom Entwurf bis zur Ausführung zu begleiten, statt sich wie in der freien Wirtschaft auf einen Bereich spezialisieren zu müssen. Und wer sich bei der Stadt ausbilden lassen, dürfe davon ausgehen, später übernommen zu werden. Um alle Stellen besetzen zu können, muss der von der Verwaltung vorgelegte Plan aber von der Politik abgesegnet werden.

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