Gütersloher Großbäckerei profitiert in der Corona-Krise von stärkerem Zuhause-Verzehr
Mestemacher mit Umsatzsprung

Gütersloh (WB) -

Sonderschichten, Mehrarbeit, Mitarbeiterprämien und Neueinstellungen: Die familiengeführte Gütersloher Großbäckerei Mestemacher hat im Corona-Jahr 2020 einen Nachfrageboom erlebt. Der Umsatz ist gegenüber 2019 sprunghaft um 16,7 Prozent auf 147,4 Millionen Euro gestiegen.

Freitag, 05.02.2021, 04:17 Uhr aktualisiert: 05.02.2021, 04:20 Uhr
Führungsquartett: Gesellschafterin Helma Detmers (von rechts) und die geschäftsführenden Gesellschafter Fritz, Albert und Ulrike Detmers.

Als Gründe für den starken Zuwachs nennt Ulrike Detmers als Vorsitzende der Geschäftsführung die Folgen der Pandemie mit einer Verlagerung des Lebens in die eigenen vier Wände – auch wegen verstärkter Homeoffice-Arbeit. Damit erfolge auch die Nahrungsaufnahme vermehrt im häuslichen Bereich, sagt Detmers. „Das ist ein Grund dafür, dass mehr Brote und Backwaren aus der SB-Brotabteilung des Lebensmittelhandels gekauft werden.“ Kunden hätten verstärkt zu Mestemacher-Produkten gegriffen, die ungeöffnet lange haltbar seien.

Darüber hinaus hätten aber auch neue Bio- und Spezialbrote mit vielen Ballaststoffen den Absatz angekurbelt, sagt Detmers. Für das laufende, 150. Gründungsjahr kalkuliert das Unternehmen mit Erlösen von 152 Millionen Euro – das entspricht einem weiteren Plus von 3,1 Prozent.

Mitarbeiter erhalten zwei steuerfreie Corona-Prämienzahlungen

Die Mitarbeiterzahl der Gruppe erhöhte sich im zurückliegenden Geschäftsjahr von 616 auf 649, davon sind am Stammsitz in Gütersloh 167 Beschäftigte tätig. Die hohe Arbeitsbelastung sei neben Zuschlägen für Mehrarbeit auch mit zwei steuerfreien Corona-Prämienzahlungen ausgeglichen worden, sagt Detmers.

Im zurückliegenden Jahr seien 3,9 Millionen Euro investiert worden in Kapazitätserweiterungen, Automatisierung, Rationalisierung sowie Produktqualitäten. Für das laufende Jahr plant die Unternehmensgruppe mit vier Firmen Investitionen in Höhe von 8,2 Millionen Euro.

Der Exportanteil erhöhte sich binnen Jahresfrist von 29 auf 34 Prozent. Drei Viertel der Auslandserlöse entfallen auf Länder der EU. Bei Exporten nach Großbritannien hätten sich die Lieferzeiten nach dem Brexit von 48 Stunden auf nun 72 bis 96 Stunden verlängert. Einfuhrzölle fielen zwar nicht an, höhere Transportkosten und Zollausfuhrgebühren verteuerten Mestemacher-Brot für britische Kunden aber um vier Prozent.

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