Gütersloh
OGS-Träger bitten um mehr Zuschüsse

Gütersloh (sib). Die Träger der Offenen Ganztagsschulen (OGS) haben große Sorgen. Durch das Coronavirus entstehe ein erheblicher personeller Mehraufwand, schreiben Sie in einem Antrag an die Stadt - und bitten um Zuschüsse von 200 Euro pro Kind für das laufende und das nächste Schuljahr.

Dienstag, 05.01.2021, 17:11 Uhr aktualisiert: 05.01.2021, 17:46 Uhr
Weil im Offenen Ganztag aktuell coronabedingt erheblicher Mehraufwand entsteht, bitten die Träger in Gütersloh die Stadt um Zuschüsse von 200 Euro pro Kind. Beraten soll darüber der Bildungsausschuss am Dienstag.

Die Verwaltung schlägt dem Bildungsausschuss allerdings vor, den Antrag abzulehnen. Die Fördermittel, die das Land im Februar für die OGS zur Verfügung stelle, reichten aus, heißt es in einer Vorlage für die Sitzung des Gremiums am Dienstag, 12. Januar. Zudem befürchte man, dass auch die Kitas erhöhte Ansprüche erheben würden, sollte der Offene Ganztag erhöhte Zuschüsse erhalten. Außerdem schlage der gewünschte Zuschuss mit rund 250 000 Euro Kosten für die Stadt pro Schulhalbjahr ordentlich zu Buche.

Antrag der Trägerkonferenz Offener Ganztag

Das Ganze geht zurück auf einen Antrag der Trägerkonferenz Offener Ganztag Gütersloh. Sie hatte Ende Oktober um einen freiwilligen Zuschuss der Stadt für den Offenen Ganztag gebeten – in Höhe von 200 Euro pro Kind und für die Schuljahre 2020/2021 (auch rückwirkend ab August des vergangenen Jahres) sowie 2021/2022. Die Coronavirus-Pandemie stelle die OGS-Träger vor große Herausforderungen, heißt es darin.

Hoher personeller Mehraufwand

Unter anderem, weil die Gruppen der Kinder seit Beginn der Pandemie kleiner und fester strukturiert seien. So sollen möglichst immer die selben Jungen und Mädchen die Nachmittagsstunden in der Schule miteinander verbringen, damit, sollte es unter ihnen zu einer Corona-Infektion kommen, eben nur diese Gruppe mitsamt pädagogischer Fachkraft in Quarantäne müsse. „Das gelingt nur mit einem erheblichen personellen und wirtschaftlichen Mehraufwand, der sich in der Regelförderung nicht wiederfindet“, klagen die Träger.

Stadt verweist auf Fördermittel des Landes

2518 Jungen und Mädchen – und damit rund 64 Prozent der Gütersloher Grundschulkinder – werden aktuell im Offenen Ganztag betreut. Rechnet man mit 200 zusätzlichen Euro pro Kopf, kommt man auf einen städtischen Zuschuss in Höhe von 500 000 Euro pro Schuljahr. Das sei zu viel, heißt es im Fazit der Vorlage. Die Fördermittel des Landes reichten aus. Das hatte im November zugesichert, 30 Millionen Euro für sogenannte OGS-Helfer an Grund- und Förderschulen bereitzustellen. In Gütersloh kommen davon 170000 Euro für das laufende Schuljahr an.

OGS-Helfer

Sie sollen nach Auszahlung am 1. Februar direkt an die Offenen Ganztagsschulen weitergeleitet werden. Die OGS-Helfer sollen das Personal, das NRW-weit 370 000 Schüler im Offenen Ganztag betreut, bei nicht-pädagogischen Aufgaben – Umsetzung von Hygienemaßnahmen, Essenszubereitung, Ausflüge und Co. – unterstützen.

„Ausfallrisiken lassen sich nicht vermeiden“

Angesichts der Corona-Pandemie und den Einbußen, die damit einhergingen, müsse jeder Bereich Abstriche machen, heißt es in der Argumentation der Stadt: „Da das Land weiterhin an der Betreuung im Rahmen der OGS und der Tagesbetreuung von Kindern ohne Einschränkungen festhält, werden sich Ausfallrisiken nicht vermeiden lassen.“

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