Gütersloh
Feinstaub mal ohne Spitzenwerte

Gütersloh (rebo) - Deutlich weniger Silvesterböller - deutlich geringere Feinstaubbelastung in der Luft. Dass diese Gleichung aufgeht, lässt sich für  Gütersloh gut zeigen, nachdem kaum Knaller in die Luft geschossen wurden. Kurt Gramlich von der Bürgerinitiative Energiewende, hat die Werte parat.

Dienstag, 05.01.2021, 06:54 Uhr aktualisiert: 05.01.2021, 07:16 Uhr
Feinstaubfilter: Umweltaktivist Kurt Gramlich zeigt einen neuen Filter für die Messanlage auf seinem Haus und einen benutzten. Seit Ende 2018 zeichnet er die Feinstaubbelastung der Luft an seinem Haus auf. Nach dem Silvesterfeuerwerk ist die Belastung in der Regel immer deutlich höher als an normalen Tagen. In diesem Jahr stiegen die Werte kaum an.

Seit Jahren misst er mit weiteren Umweltaktivisten die Feinstaubbelastung in der Luft an unterschiedlichen Stellen in der Stadt. „In diesem Jahr hatten wir zu Silvester um Mitternacht eine Spitze am ZOB. Etwa 70 Mikrogramm“, sagt er. An den anderen Messstationen sei die Belastung so hoch gewesen wie an normalen Tagen – also etwa bei 25 bis 30 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft.

Bereits Ende 2018 hatte Gramlich begonnen, die Feinstaubbelastung aufzuzeichnen. Eine Messstation befindet sich an seinem Haus in der Innenstadt. Für Silvester 2018 zeichnete die Anlage 70 Mikrogramm Feinstaub auf, für Silvester 2019 bereits 100 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft. Eine deutlich höhere Konzentration als in der vergangenen Woche. „An normalen Tagen kann man hier bei uns zum Beispiel an den Werten gut erkennen, wenn ein Bus vorbeifährt“, erläutert er, welche Faktoren außer Silvesterböller eine erhöhte Feinstaubkonzentration hervorrufen.

Das Interesse am Thema Feinstaub habe eine Zeit lang nachgelassen, sagt Gramlich. In Verbindung mit dem Coronavirus sei es wieder gestiegen. Unterschiedliche Studien seien zu dem Ergebnis gekommen, dass Luftverschmutzung zu einer größeren Anfälligkeit gegenüber Covid-19 führen könnte.

Eine andere Entwicklung, die im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie auftritt und für die sich Gramlich schon lange stark macht, ist der Einbau von Lüftungsanlagen in Gebäuden – am besten mit Wärmerückgewinnung. „Selbst Kritiker von Passivhäusern, die bisher immer erklärten, sie bekämen keine Luft, wenn Fenster nicht geöffnet würden, interessieren sich jetzt für die Anlagen“, sagt Gramlich. Er bewohnt selbst ein Passivhaus.

 Das Beispiel in der Grundschule Isselhorst habe gezeigt, dass eine Lüftungsanlage nicht nur sinnvoll sei, um im Rahmen der Pandemie einen effektiven Luftaustausch zu erreichen. Auch die Kohlendioxidkonzentration in den Unterrichtsräumen lasse sich absenken. Gramlich fordert, alle rund 450 Klassenräume mit Anlagen mit Wärmerückgewinnung auszustatten. Im Hauptausschuss war in der jüngsten Sitzung über einen solchen Vorschlag abschlägig entschieden worden – vor allem, weil es für diese Nachrüstung keine Fördermittel vom Land gebe. Die Grünen setzen sich jedoch weiterhin für die Installation dieser Anlagen ein. Mit einer Wärmerückgewinnung ausgestattet, trügen sie zur Luftverbesserung bei. Zusätzlich könne Energie gespart werden. Deshalb sei eine Investition sinnvoll und nachhaltig.

Den kompletten Artikel einschließlich Hintergrund zur Umweltbelastung durch Feinstaub lesen Sie in der „Glocke“ vom 5. Januar.

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