Gütersloh
Weiter auf dem Weg einer Großstadt

Gütersloh (din) - Nach dem Corona-Jahr 2020 richten sie die Hoffnungen auf 2021. Darauf, dass wieder ein Stück weit Normalität in den Alltag einkehrt. Was bringt das Jahr für Gütersloh? Ein Ausblick auf Politik und Wirtschaft, aber auch auf Freizeitmöglichkeiten.

Montag, 04.01.2021, 05:58 Uhr aktualisiert: 04.01.2021, 06:16 Uhr
 Das Kaiserquartier strebt mit seinen ersten Bauabschnitten der Fertigstellung entgegen. An der Kaiserstraße entstehen weitere Neubauten.

 
Städtische Finanzen:
Womöglich zum letzten Mal mit Rückenwind startet die Stadt in das neue Haushaltsjahr. Dank einer Zahlung von 43,24 Millionen Euro aus Ausgleich für entgangene Gewerbesteuern im Corona-Jahr 2020, deutlich mehr als die tatsächlichen Einbußen betrugen, wird die Stadt das Haushaltsjahr noch einmal mit einem Plus von zuletzt prognostizierten 22 Millionen Euro abschließen. Am 29. Januar wollen Bürgermeister Norbert Morkes (BfGT) und Kämmerin Christine Lang den Haushaltsentwurf einbringen. Eine gute Nachricht: Auf eine Erhöhung der Hebesätze für die Grund- und Gewerbesteuern soll nach jüngster Aussage der Kämmerin verzichtet werden.

Politik:
Im neuen Rat mit sechs Fraktionen und jeweils einem Ratsmitglied von UWG und Linken müssen sich neue Allianzen finden. CDU und Grüne verfügten über eine Mehrheit, aber auch andere Konstellationen sind denkbar. Bisher wurden keine Bündnisse geschmiedet. Bürgermeister Norbert Morkes (BfGT) hat in den ersten Sitzungen schon deutlich gemacht, dass er seinen Standpunkten auch in neuer Funktion treu bleiben will und das auch in Abstimmungen zum Ausdruck gebracht. Wirtschaft: Die heimische Wirtschaft muss sich von den Corona-Einschlägen erholen und strebt 2021 zu neuem Wachstum. Die beiden größten Gütersloher Unternehmen, Bertelsmann und Miele, sind bisher vergleichsweise gut durch die Corona-Pandemie gekommen, hielten aber zuletzt an ihren jeweiligen Programmen zum Personalabbau fest. Miele wird für 2020 sogar ein Umsatzplus und damit den höchsten Umsatz der Unternehmensgeschichte ausweisen.

Stadtentwicklung:
Die Großstadtwerdung Güterslohs setzt sich fort. Der Zuwachs an Einwohnern und
Bedeutung spiegelet sich auch im Stadtbild wider. An verschiedenen Stellenentstehen neue Wohngebiete, zum Beispiel an der Ahornallee im Gütersloher Norden, in Spexard, an der Brockhäger Straße, und in Avenwedde soll Deutschlands erste Wasserstoffsiedlung gebaut werden. Die ersten Bauabschnitte des Kaiserquartiers streben ihrem Bezug entgegen. Und auch das Gesicht der Kaiserstraße ändert sich mit zwei Neubauten.

Schulen:
Die Stadt investiert weiter in ihre Schulen. Der Bauteil 4 der dritten Gesamtschule soll bereits in Kürze bezogen werden, abhängig auch davon, wie der Betrieb in den Schulen nach den Ferien unter Corona-Auflagen wieder aufgenommen wird. Der sechste
Jahrgang der dritten Gesamtschule, vorübergehend ausquartiert in die Freiherr-vom-Stein-Schule, wird dann zurückkehren. Die Grundschule Heidewald wird als erste Grundschule für mehr als zehn Millionen Euro aus- und umgebaut. Am (privaten) Evangelisch-Stiftischen Gymnasium steht eine aufwändige Fassadensanierung an.

Freizeit:
Theater, Konzerte, Ausstellungen, Lesungen, Kino, Partys, Sport: Wann das eine oder andere wieder möglich sein wird, lässt sich noch nicht absehen. Das Bambi-Kino steht in den Startlöchern. Wie es beim ehemaligen Cinestar – jetzt vollständig in der Hand des Gebäudeeigentümers – weitergehen wird, steht in den Sternen. Vor einem Jahr wurde bis kurz vor dem Termin im März gerätselt, ob der Gütersloher Frühling stattfinden kann. Auch in diesem Jahr noch darf man daran zweifeln. Die Veranstalter stehen vor der Herausforderung, unter ungewissen Vorzeichen planen zu müssen.

Corona:
Die Pandemie wird das Leben in der Kreisstadt auf absehbare Zeit prägen. Das Thema Impfen wird die Gütersloher durch das Jahr begleiten. Wann das Impfzentrum des Kreises an der Marienfelder Straße seinen Betrieb aufnehmen wird, stand zuletzt noch nicht fest. In einem ersten Durchlauf haben Hausärzte und mobile Teams die Bewohner von zehn Altenheimen im Kreis geimpft. An der Marienfelder Straße werden Räumlichkeiten für bis zu 1900 Menschen am Tag vorgehalten. Dass diese Zahl aber jemals erreicht wird, darf man aus heutiger Sicht mangels Impfstoff bezweifeln.

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