Gütersloh
Linke fordern Verbot von Feuerwerk

Gütersloh (din) - Die Linken lassen aufhorchen. In einem Antrag fordert Ratsfrau Camila Cirlini, die Stadt möge die Erlaubnis von privaten Feuerwerken zu Silvester aufheben. Und zwar wegen „der Belastung der Krankenhäuser durch die Covid-19-Pandemie“, wie es auf der Internetseite der Linken heißt.

Montag, 07.12.2020, 15:47 Uhr aktualisiert: 07.12.2020, 18:46 Uhr

Ein weiteres Argument sei die „ohnehin schon große gesundheitliche Belastung von Risikopatienten mit Atemwegserkrankungen“.

Städte, Umwelt, Wild- und Haustiere überlastet

Durch einen hohen Ausstoß an Ruß, CO2, Feinstaub und sonstigen Chemikalien würden an den Silvestertagen nicht nur die Städte, die Umwelt, Wild- und Haustiere überlastet, schreibt Cirlini. Manche Städte stießen in der Silvesternacht mehr schädigende Stoffe aus als über ein ganzes Jahr.

Die Landwirtschaftliche Versicherungsanstalt in Münster habe zudem errechnen lassen, dass zwischen Silvester und Neujahr Treibhausgase freigesetzt würden, deren Wirkung vergleichbar sei mit 2300 Tonnen Kohlendioxid.

Die Rechtslage ist eindeutig

Die Linke: „Zudem belasten die Ausstöße zusätzlich die Gesundheit von Menschen aus den Risikogruppen mit Atemwegs- und Lungenerkrankungen wie Bronchitis, COPD, chronischen Allergien und Lungenkrebserkrankungen.“ Das könne für Betroffene einen schweren Verlauf bedeuten oder die Anfälligkeit für eine Erkrankung an Covid-19 erhöhen. „Zudem sind die Krankenhäuser bereits jetzt überlastet.“

Die Rechtslage sei eindeutig. Gezündet werden dürften Feuerwerkskörper nur am 31. Dezember und am 1. Januar. Städte und Gemeinden könnten das Zünden von pyrotechnischen Gegenständen der Kategorie F2 mit ausschließlicher Knallwirkung für diese 48 Stunden zeitlich oder aus Brandschutzgründen räumlich noch weiter einschränken beziehungsweise generell unterbinden.

Stadt sieht Feuerwerksverbot als nicht erforderlich an

Auf Anfrage im Rathaus teilte Sprecherin Susanne Zimmermann mit: „Im Augenblick wird hier im Haus ein Feuerwerksverbot für bestimmte Plätze oder Straßen in Gütersloh als nicht erforderlich angesehen. Die Silvesternächte verlaufen in Gütersloh in der Regel ohne besondere Vorkommnisse.“ Problematische Rudelbildung an bestimmten Orten sei in der Vergangenheit vom Fachbereich Ordnung nicht beobachtet worden.

Bürgermeister Norbert Morkes (BfGT) und Ordnungsdezernentin Christine Lang appellierten an alle, „sich in der Silvesternacht nicht in Gruppen aufzuhalten und sich an Kontaktbeschränkungen und Abstandsregeln zu halten“.

Händler nehmen Feuerwerkskörper aus den Regalen

Wie berichtet, hatte der Lebensmittelhändler Schenke schon angekündigt, in den Geschäften in diesem Jahr keine Feuerwerkskörper zu verkaufen. Die Baumarktkette Hornbach hatte angekündigt, sie komplett aus dem Sortiment zu nehmen.

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