Gütersloh
Sicher und ruckelfrei durch die Bogenstraße

Gütersloh (gl) - Ob mit Rollstuhl, Rollator, Fahrrad oder Kinderwagen - an der Bogenstraße zwischen der Weberei, dem Bauteil 5 und dem Bambi-Kino gelangt jetzt jeder ruckelfrei und sicher ans Ziel.

Mittwoch, 02.12.2020, 18:31 Uhr aktualisiert: 02.12.2020, 19:01 Uhr

Der Fachbereich Tiefbau der Stadt Gütersloh hat dort einen Abschnitt des unebenen Kopfsteinpflasters gegen glattes Pflaster ausgetauscht und einen barrierefreien Weg geschaffen. Begleitet wurde das Vorhaben durch den Denkmalschutzbeauftragten Ulrich Paschke. „Ohne größere Hürden waren Veranstaltungen im Bambi-Kino und im Kesselhaus der Weberei für Rollstuhlfahrer oder Rollator-Besitzer nur schwer zu erreichen“, erklärt Jens Ellerbrock vom Fachbereich Tiefbau. 

Abschleifen ohne Erfolg

Um das zu ändern, prüfte der Fachbereich im vergangenen Jahr, ob es möglich sei, die Steine abzuschleifen um eine glatte Fläche zu erhalten. Weil die Fugen des Kopfsteinpflasters aber zu breit sind, waschen sie sich schnell aus und werden so zu einer neuen Hürde.

Denkmalschutzbestimmungen

Gemeinsam mit dem Denkmalschutzbeauftragten Ulrich Paschke vom Fachbereich Stadtplanung und Bauordnung sowie in regelmäßiger Abstimmung mit dem Behindertenbeirat, der sich ebenso wie der Seniorenbeirat für eine barrierefreie Zuwegung starkgemacht hatte, überlegte sich Jens Ellerbrock eine Alternative. Eine besondere Herausforderung bei der Umsetzung waren die Denkmalschutzbestimmungen. „Der Gebäudekomplex der Weberei und die Wege als ergänzende Elemente stehen unter Denkmalschutz“, erklärt Ulrich Paschke. Jens Ellerbrock ergänzt: „Den Denkmal-Charme und den Genius Loci, den Geist des Ortes, wie man in der Architektur sagt, wollten wir erhalten.“

Kopfsteinpflaster nur zum Teil ersetzt

Die Lösung: Das unebene Kopfsteinpflaster wurde auf einem 1,5 Meter breiten Stück entlang des gesamten Weges gegen glattes Pflaster ausgetauscht. Mit dem Betonstein Linteler Brocken, auch Rumpelpflaster genannt, wurde auf 225 Quadratmetern ein Boden verlegt, der sich gut in das Gesamtbild einfügt.

Ruckelfrei zu den Eingängen

Abzweigungen des neu gestalteten Weges führen jetzt außerdem direkt zu den Eingängen des Bambi-Kinos, des Bauteils 5 und zum Kesselhaus der Weberei. Aus Sicht des Denkmalschutzes gab es zwei Bedingungen zu beachten: Der Pfad durfte eine maximale Breite von 1,5 Metern nicht überschreiten und die Regenrinnen an den Seiten des gesamten Weges mussten im Ursprungsstein erhalten bleiben.

Stein passt sich an Gebäude an

Die Umbauarbeiten haben sich gelohnt. „Es lässt sich sehr gut erkennen, was alt und was neu ist“, sagt Ulrich Paschke. „Trotzdem passt sich der neue Stein optisch an das denkmalgeschützte Objekt an.“ 

Positives Ergebnis der Testfahrt

Auch eine erste Testfahrt von Jens Ellerbrock, der selbst Rollstuhlfahrer ist, hält den Ansprüchen stand. „Wir sind sehr zufrieden“, so Ellerbrock. „Auch der Handwerksbetrieb hatte Spaß bei der Umsetzung. So ein historischer Boden gehört nicht zur alltäglichen Arbeit.“ Die alten Steine werden eingelagert und bei Bedarf im Stadtgebiet eingesetzt.

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