Gütersloh
Pogrom-Gedenken in kleinem Rahmen

Gütersloh (gl) -  Vor 82 Jahren, in der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938, der sogenannten Reichspogromnacht, sind jüdische Frauen und Männer in ganz Deutschland Opfer nationalsozialistischer Hetze gewesen. Auch in Gütersloh wurden jüdische Häuser Ziel antisemitischer Verfolgung.

Montag, 09.11.2020, 20:30 Uhr aktualisiert: 09.11.2020, 21:01 Uhr

Damals brannten in Deutschland 1400 Synagogen und weitere Versammlungsstätten. Tausende Geschäfte, Wohnungen und jüdische Friedhöfe wurden zerstört und geschändet. 400 Juden wurden ermordet oder in den Suizid getrieben. In den folgenden Tagen wurden 30 000 jüdische Bürger in Konzentrationslager verschleppt. Dieses Novemberpogrom war der Beginn der systematischen Verfolgung und Ermordung von sechs Millionen Juden durch die Nationalsozialisten. Auch in Gütersloh gingen die Synagoge der Jüdischen Gemeinde Gütersloh und mehrere Häuser und Geschäfte jüdischer Eigentümer durch gezielte Brandstiftung in Flammen auf.

Kranzniederlegung an der Feldstraße

Jährlich am 9. November wird dieser dunkelsten Zeit deutscher Geschichte gedacht. Aufgrund der Corona-Situation fand das Erinnern am Gedenkstein vor dem Evangelisch Stiftischen Gymnasium an der Daltropstraße in diesem Jahr ohne eine öffentliche Veranstaltung statt. In den vergangenen Jahren versammelten sich zahlreiche Bürger und Vertreter aus Politik und Verwaltung, um sich gemeinsam an die Opfer der Verbrechen der Nationalsozialisten zu erinnern. Nicht abgesagt wurde diese Erinnerung: Bürgermeister Nobby Morkes, Panagiotis Varlangas, der Vorsitzende des Integrationsrats, Pfarrer Reinhard Kölsch vom Gütersloher Christenrat und der städtische Integrationsbeauftragte Frank Mertens legten am Montag bei einem Zusammenkommen auf Abstand Blumengestecke und Kerzen am Gedenkstein nieder. Damit soll an Millionen ermordeter Jüdinnen und Juden gedacht werden. Blumen und Kerzen gelten zudem als Mahnung gegen Rassismus, Verfolgung und Ausgrenzung.

Kerzen und Blumen dürfen niedergelegt werden

Gütersloher Bürgerinnen und Bürger sind aufgerufen, sich ebenfalls am Gedenken zu beteiligen. Sie können am Gedenkstein an der Feldstraße, unweit der Stelle, wo bis zum Gewaltausbruch des 9. Novembers die Gütersloher Synagoge stand, selbst Kerzen anzünden und Blumen niederlegen.

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