Gütersloh
Einzelunterricht für die Chor-Sänger

Gütersloh (lun) - Um die 40 Jungen des Gütersloher Knabenchors stehen nebeneinander, geben aus voller Kehle einen Auszug aus Mozarts „Zauberflöte“ zum Besten. Ein Szenario, das zur Pandemie-Zeit unvorstellbar ist. Oder? Nicht ganz, denn der Gütersloher Knabenchor hat ein Konzept entwickelt. 

Mittwoch, 04.11.2020, 17:09 Uhr aktualisiert: 04.11.2020, 17:31 Uhr

„In diesem Jahr ist alles anders“, bestätigt Sigmund Bothmann, Künstlerischer Leiter des Knabenchors, die Vermutungen, dass ein „normaler Chorauftritt“ aktuell nicht möglich ist. Trotz der Umstände kann aber weiter geübt werden: Die Jungen bekommen Einzelunterricht. 

Im Frühjahr noch skeptisch gewesen

Die Solo-Gesangsproben haben sich laut der Chorleiter und Stimmbildner Maik Morgner und Benjamin Reichert inzwischen etabliert. „Im Frühjahr waren Eltern wie auch Sänger skeptisch. Einige haben sich mal eine Woche von der Probe abgemeldet“, sagt Reichert. Inzwischen freuen sich die Jungen aber, dass sie immerhin alleine singen dürfen. „Man merkt jedoch deutlich, dass sie ihre Freunde vermissen“, berichtet Morgner aus den Übungseinheiten, in denen außer dem Gesang eigentlich auch Freundschaften gefördert werden. 

Immerhin: „Durch den Einzelunterricht über das ganze Jahr sind es unsere Sänger jetzt gewohnt, zum singen nicht als Chor zusammen stehen zu müssen“, sagt Reichert. Und so durfte der Knabenchor sein Können doch ein paar Mal vor Publikum unter Beweis stellen, beispielsweise bei der Umbenennung des Gütersloher Theater-Vorplatzes. „Das war ein Gänsehautmoment für viele, als sie zum ersten Mal seit langer Zeit wieder Livemusik gehört haben“, blickt Sigmund Bothmann auf den Auftritt zurück. Die Sänger standen dabei in einem Abstand von zwei Metern zueinander. Das habe dem Klangbild nicht geschadet, da sind sich die Chor-Verantwortlichen einig. 

Weihnachtskonzerte sind in Planung

Außer der Darbietung auf dem Theaterplatz gab es außerdem ein Gastspiel beim Festival der Deutschen Sprache sowie ein kleines Konzert für geladene Gäste. Aufbauend auf dem Konzept hält der Chor – „Stand jetzt“, wie Bothmann betont – auch an den Weihnachtskonzerten am 12. und 13. Dezember in der Martin-Luther-Kirche fest. Das Kartenkontingent sei geringer als in den Jahren zuvor. Außerdem müssen die Sänger wieder mit Abstand zueinander stehen. Über den Vorverkauf für die Auftritte werde man zeitnah informieren.

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