Gütersloh
Anne Bunte bittet Bürger um Mithilfe

Gütersloh (gl) - Die Anzahl der Neuinfektionen steigt bundesweit rasant an und stellt Gesundheitsämter, Krankenhäuser sowie Hausärzte vor eine große Herausforderung. Im Kreis Gütersloh sind allein von Donnerstag auf Freitag 148 Neuinfektionen erfasst worden. Jetzt heißt es gegenzusteuern.

Montag, 02.11.2020, 11:48 Uhr aktualisiert: 02.11.2020, 12:46 Uhr

Von aktuell 648 Infizierten im Kreisgebiet müssen 40 Betroffene stationär im Krankenhaus behandelt werden, heißt es in einer Mitteilung des Gesundheitsamts. Damit sei der bisherige Höchstwert von 34 Patienten während des großen Coronaausbruchs im Sommer übertroffen worden. 

Das Team des Gesundheitsamts im Kreis arbeitet auf Hochtouren, um alle Listen abzuarbeiten. Darauf stehen nicht nur die Infizierten, sondern auch deren Kontaktpersonen, die ermittelt und informiert werden müssen. Um diese Aufgabe so gut wie möglich stemmen zu können, bittet Dr. Anne Bunte, Leiterin der Abteilung Gesundheit, die Bürger um Mithilfe: „Diese Menge an Fallzahlen abzuarbeiten dauert, und wir stoßen an unser Limit. Wir bitten daher um Verständnis, aber auch um Mithilfe.“

 Wer sich krank fühle und Symptome aufweise, lasse sich in der Regel beim Hausarzt testen. Ab diesem Moment beginne auch die Quarantäne. Der Arzt schreibe die Person krank und schicke sie in die häusliche Isolation. „Bitte rufen Sie in so einem Fall nicht direkt das Gesundheitsamt an, sondern warten Sie, bis wir Sie kontaktieren“, betont Dr. Bunte. Die Telefonleitungen des Gesundheitsamts liefen heiß. „Wir telefonieren alle Listen ab und beraten jeden Einzelfall. Um mögliche Ausbruchsgeschehen schnell zu stoppen, müssen wir aber mittlerweile priorisieren“, erklärt Dr. Bunte. 

Zuerst würden Infizierte angerufen, die in sogenannten vulnerablen Bereichen leben oder arbeiteten. Dazu gehörten Pflegeeinrichtungen, Krankenhäuser, ambulante Pflege, Schulen und Kindertagesstätten.

 Isolation und Kontaktpersonen

Personen in der häuslichen Isolation sollten aber schon überlegen, wo sie sich in den vergangenen Tagen aufgehalten und wen sie getroffen hätten. „Das sind Informationen, die wir bei der weiteren Ermittlung abfragen“, erläutert Anne Bunte. Symptomatische Personen, die noch auf ihr Testergebnis warteten, sollten direkt ihre Kontaktpersonen informieren. Als Kontaktpersonen gälten Menschen, mit denen mindestens 15 Minuten lang ein Face-to-Face Kontakt bestanden habe, und der Mindestabstand nicht eingehalten worden sie. Diese Kontaktpersonen hätten ein erhöhtes Infektionsrisiko und sollten sich direkt selbst in Quarantäne begeben. Sie würden vom Gesundheitsamt angerufen und zum weiteren Vorgehen beraten. Kontaktpersonen von Kontaktpersonen seien laut Kreisgesundheitsamt von dieser Regelung nicht betroffen. Sie müssten vorerst keine Maßnahmen ergreifen. „In diesen Fällen herrscht kein definiertes Infektionsrisiko“, betont Anne Bunte. Für diese Menschen gelte wie für alle anderen die üblichen AHA- plus L-Regel. 

Um die Telefonate schnell bewältigen zu können, sollten sich Betroffene selbst so weit wie möglich informieren und alle Kontaktdaten bereit halten. Anne Bunte bittet um Verständnis für dieses Vorgehen. Allgemeine Informationen rund um das Coronavirus gibt es im Internet unter www.kreis-guetersloh.de/corona. Dort können Kontaktlisten unter Berücksichtigung des Datenschutzes ausgefüllt werden. Auch Kontaktpersonen können sich auf diesem Weg selbst melden.

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