Gütersloh
Bürgermeister Schulz nimmt Abschied

Gütersloh (gl) - Abschied im Rat: Für Henning Schulz (CDU) und 25 Ratsmitglieder war die Sitzung am Freitag die letzte. Der scheidende Bürgermeister verabschiedete unter anderem sieben Männer und Frauen, die länger als 20 Jahre dem Rat angehört haben und nun den Ehrentitel „Stadtälteste“ tragen.

Sonntag, 01.11.2020, 15:50 Uhr aktualisiert: 01.11.2020, 16:01 Uhr

Die Erste Beigeordnete Christine Lang und Heiner Kollmeyer als Vertreter der größten Fraktion im Rat würdigten Schulz an seinem letzten Arbeitstag. 

„Ihr Blick war und ist auf die Zukunft der Stadt gerichtet“

„Ihr Blick war und ist auf die Zukunft der Stadt gerichtet“, sagte Kollmeyer. „Sie haben die vergangenen fünf oder auch sieben Jahre, in denen Sie die Entwicklung Güterslohs mitgestaltet haben, als Schlüsseljahre begriffen, als Auftakt für ein verändertes Denken in vielen Bereichen. Eine neue Wohn- und Baulandstrategie, die Stärkung des Rad- und des öffentlichen Nahverkehrs, die Digitalisierung der Schulen, den Glasfaserausbau, die Umgestaltung des Konrad-Adenauer-Platzes und nicht zuletzt den Digitalen Aufbruch, nannte Kollmeyer als Beispiele.

 „Dass Gütersloh zu den 32 ‚Smart Cities made in Germany‘ gehört – mit einem Förderumfang von 8,5 Millionen Euro für digitale Projekte mit Modellcharakter – ist nicht selbstverständlich, sondern das Ergebnis intensiver Arbeit, guter Vernetzung und dem Mut, Visionen zu entwickeln, aber auch ganz pragmatisch die Umsetzbarkeit im Blick zu haben“, sagte Kollmeyer. 

Zentraler Grundsatz: Geht nicht, gibt’s nicht

Als jemand, der dank seines Alters ein ganzes Stück Stadtentwicklung miterlebt habe, sei er sicher, dass auch diejenigen, die Schulz’ Anspruch und seinen Entscheidungen kritisch begegnet seien, auf Dauer „erkennen werden, dass Sie Gütersloh nachhaltig gut getan und mit Ihrer Power unsere Stadt vorangebracht haben“. 

„Geht nicht, gibt’s nicht“ sei einer der Grundsätze gewesen, mit denen Henning Schulz in den vergangenen fünf Jahren auch die Verwaltung vorangebracht habe, sagte die Erste Beigeordnete Christine Lang. Das gelte für die Realisierung wichtiger Großprojekte wie der Bau der neuen Feuer- und Rettungswache ebenso wie für den städtischen Haushalt, „bei dem wir mehrmals eine schwarze Null verkünden konnten“, sagte Lang.

Rathaus besser vorbereitet als manches Unternehmen

„Das gilt aber auch für den Umgang mit schwierigen Situationen“, erinnerte sie an die Frage der Unterbringung von zahlreichen Geflüchteten zu Beginn von Schulz’ Amtszeit und die Bewältigung der Corona-Lockdowns in Frühjahr und Sommer. 

Nicht zuletzt mit einem Bürgermeister an der Spitze, für den Digitalisierung kein Selbstzweck sei, sei das Rathaus besser vorbereitet gewesen als manches Unternehmen, als mit dem ersten Lockdown im Frühjahr mobiles Arbeiten zur Notwendigkeit und zur Regel geworden sei.

„Ich habe in den sieben Jahren für diese Stadt gebrannt“

Henning Schulz dankte durchaus bewegt und nachdenklich, indem er unter anderem eine persönliche Analyse seiner Wahlniederlage betrieb: „Am Ende waren es zu wenige Menschen, die meinen Weg mitgehen wollten.“ 

Er sagte aber auch: „Ich habe in den sieben Jahren für diese Stadt gebrannt. Diese Zeit war ein sehr wichtiger Bestandteil des Lebens, in dem ich viel gelernt habe.“ Er bedankte sich bei den Menschen in der Stadt, die sich in vielfältiger Weise engagiert hätten, den Mitgliedern des Rats und den Mitarbeitern, die immer bereit gewesen seien, die Anforderungen und ein nicht geringes Arbeitstempo mitzutragen. 

Freude, Rührung und Überraschung

Schulz wünschte seinem Nachfolger Norbert Morkes „eine glückliche Hand“ und sagte: „Ich gehe in Frieden. Es war mir eine Ehre.“ 

Bereits am Mittag hatte – zur Überraschung der Mitarbeiter – das Symphonische Blasorchester der Feuerwehr Schulz einen musikalischen Abschied vor dem Rathaus bereitet. Freude und Rührung waren dem scheidenden Bürgermeister auch in diesem Moment anzumerken. 

Bürgermeister verlässt das Rathaus nicht sang- und klanglos

Corona habe eine persönliche Form des Abschieds in vielen Fällen verhindert, bedauerte er. Umso schöner sei es, dass er nun nicht ganz „sang- und klanglos“ das Rathaus verlassen müsse.

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