Gütersloh
Michaelispark „läuft besser als gedacht“

Gütersloh (matt) - „Es ist für uns ein Test mit Blick auf die Weihnachtsmärkte“, sagt Schausteller Dirk Oberschelp. Seit Donnerstag findet auf dem Gütersloher Marktplatz der Michaelispark statt. Am Wochenende mit dem Tag der Deutschen Einheit setzte der erste große Ansturm ein.

Sonntag, 04.10.2020, 15:41 Uhr aktualisiert: 04.10.2020, 16:16 Uhr

Ein Stresstest für das durch die Corona-Krise erzwungene Kirmeskonzept. Wartezeiten von 20 Minuten und mehr mussten Besucher am Eingang des abgeriegelten Geländes in Kauf nehmen. Kein Gedränge, kein Geschiebe, sondern großzügige Weitläufigkeit sind die Charakteristika des Michaelisparks. Das wussten am Feiertag besonders Familien bei ihrem Kirmesbesuch zu schätzen. „Man kann die Kinder auch mal laufen lassen, ohne sie gleich aus dem Blick zu verlieren“, sagt Tatjana Wertmann im Kreis ihrer Familie. Sie fühle sich sicher. Allerdings mit Vorsicht. „Den Virus kann man sich überall einfangen“, merkt sie an. 

Im neu aufgestellten Michaelispark hat auch Dirk Oberschelp seinen Wagen stehen. Der Schausteller aus Oerlinghausen verkauft Lebkuchenherzen, Mandeln und Popkorn. Er ist zufrieden. „Ich bin mit sehr wenigen Erwartungen hergekommen, aber es läuft besser als gedacht. Trotzdem sind die Umsätze, die wir hier machen, ein Tropfen auf dem heißen Stein.“ Das Gesamtjahr hat der Schausteller aber noch nicht ganz abgeschrieben, auch wenn es erst die vierte Veranstaltung ist, auf der er seine Süßwaren anbieten kann.

 Für Oberschelp ist der Michaelispark mit seinem Einlass-, Abstands-, Begrenzungs- und Hygienekonzept mit Blick auf die Weihnachtsmärkte ein wichtiger Fingerzeig: „Wir wollen zeigen, dass es geht.“ Zuspruch und Mitgefühl der Michaelispark-Besucher spüren die Schausteller. „Wir bekommen Trinkgeld von den Kunden“, sagt Oberschelp. 

Regelmäßige Michaelis-Kirmesgänger sind die Lechtermanns, die voll des Lobes sind: „Wir finden, dass das hier sehr, sehr gut gemacht worden ist“, urteilt Bärbel Teterra, und ihre Schwester Manuela Lechtermann ergänzt halb im Scherz: „So wird es Taschendieben nicht so leicht gemacht.“ Sicher fühle sich die Familie auf jeden Fall, die Besucher hielten die Regeln ein, so ihr Eindruck. 

Karussellfahrt mit Masken

Überall auf dem eingezäunten Rummel stehen großformatige Plakatwände mit den Verhaltensregeln. Im Park funktionieren Abstands- und Einbahnstraßenregelungen. Mit der Distanz nehmen es die Wartenden in der Schlange jenseits des Gitters nicht so genau. „Dicht an dicht wird dort gestanden“, kritisiert Rudolf Erdmann, der mit seiner Familie aus Bad Salzuflen angereist ist. „Ansonsten finden wir es hier sehr angenehm, entspannt und es ist schön, als Familie mit den Kindern etwas unternehmen zu können“, so der Vater von zwei Mädchen.

 Mal etwas anderes sehen und erleben außer Sport und Schule, diese Gelegenheit lassen sich auch Noah und Benedikt Frickenstein mit Vater Ludger nicht entgehen. Das funktioniert auf spektakuläre Weise im Karussell Top-Spin. Justus Lucka bringt hinterm Mikro und an den Schaltknöpfen die Fahrgäste in Stimmung, während seine Frau Magdalena die neongelben Fahrchips reihenweise bereits am Nachmittag verkauft. „Es ist einfach schön, wieder auf dem Platz zu sein. Das hat uns schon sehr gefehlt“, sagt die Schaustellerin aus Arnsberg.

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