Gütersloh
Verein protestiert gegen Ponyreiten

Gütersloh (sib) - Der Verein Achtung für Tiere fühlt sich ausgesperrt. Eigentlich wollte er zur Eröffnung des Michaelisparks am Donnerstag vor dem Ponykarussell demonstrieren. Diese Demo auf dem Gelände, das coronabedingt eingezäunt ist, hat die Polizei jüngst untersagt.

Donnerstag, 01.10.2020, 08:00 Uhr aktualisiert: 01.10.2020, 08:31 Uhr

Der Grund: Es gibt Zugangskontrollen am Eingang des Geländes. Maximal 1600 Personen dürfen sich dort gleichzeitig aufhalten. Der Veranstalter hat das Gelände gepachtet. „Damit wird es zur privaten Fläche. Das schränkt das Demonstrationsrecht ein“, erläutert ein Sprecher der Polizei als Versammlungsbehörde. Basierend auf Informationen der Stadt zu den Vorkehrungen auf der Fläche habe er entschieden, die Demo vor dem Ponykarussell zu untersagen. 

Verein will Demo gerichtlich ermöglichen

Ein Unding, finden die Tierschutzaktivisten. „Dieser Protest gehört genau dorthin, wo Pferde auf öffentlichem Grund gequält werden. Damit genau die wenigen Menschen sich damit auseinandersetzen, die dieses tierquälerische mittelalterliche Spektakel noch unterstützen“, schreiben sie in einer Mitteilung. 

Am Mittwochmittag habe sie – „holterdiepolter“, es habe schnell gehen müssen – den Antrag auf eine einstweilige Anordnung beim Verwaltungsgericht Minden vorbeigebracht, sagt die Vorsitzende Astrid Reinke. Damit wolle sie erwirken, dass die Demo vor dem Karussell doch noch erlaubt werde.

Nobby Morkes nimmt Betreiber in Schutz

Dass dieser Antrag gestellt worden sei, bestätigte auch der Sprecher der Versammlungsbehörde. Wie schnell darüber entschieden werde, das könne er nicht einschätzen. 

Demonstrieren dürfen die Aktivisten übrigens trotz allem – allerdings nur vor dem Gelände. Und das werden sie auch, versichert Astrid Reinke: am Donnerstag von 17 bis 19 Uhr. 

Der künftige Bürgermeister Nobby Morkes (BfGT) nimmt einmal mehr die Betreiber des Ponykarussells in Schutz. Er habe sich – „wie manche Aktivisten vielleicht nicht“ – die Ställe gründlich angeschaut. Sie seien sauber und ordentlich. Die Tiere kämen zwischendurch auf eine Weide in Isselhorst. 

Er halte das Karussell nicht für Quälerei. „Es wird immer suggeriert, dass die Ponys acht Stunden lang im Kreis gehen. Das ist nicht richtig. Sie werden ausgewechselt und machen zwischendurch Pausen“, sagt Morkes.

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