Gütersloh
Bertelsmann: 100 Jobs weg in Hauptverwaltung

Gütersloh (rebo). Im Bertelsmann Corporate Center - der Hauptverwaltung des Konzerns - sollen bis Mitte kommenden Jahres rund 100 Ganztagsstellen abgebaut werden. Das ist eine der Maßnahmen, die das Unternehmen als Reaktion auf die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie umsetzen will.

Donnerstag, 17.09.2020, 20:00 Uhr aktualisiert: 18.09.2020, 09:01 Uhr

Die Bertelsmann-Mitarbeiter sind am Mittwoch über diese und weitere geplante Maßnahmen von Dr. Thomas Rabe, Vorstandsvorsitzender von Bertelsmann, informiert worden. Betriebsmodell, Leistungskatalog, Organisation und Sachkosten sollen neu ausgerichtet und angepasst werden, heißt es in einer Mitteilung im Bertelsmann Intranet „Benet“. Sowohl das Corporate Center in Gütersloh als auch die internationalen Dependancen sollen neu aufgestellt werden. Neue Entwicklungen sollen vorangetrieben werden. Auch in der Führungsebene soll es Einschnitte geben.

Coronabedingte Einbrüche nur zum Teil ausgeglichen

Anfang September hatte Rabe bei der Vorstellung der Halbjahreszahlen betont, die coronabedingten Einbrüche auf den Werbemärkten habe vor allem die RTL Group und die Druckgeschäfte getroffen. Die Rückgänge um bis zu 40 Prozent hätten aber zum Teil durch die gut laufenden Buch- und Musik- sowie durch die Dienstleistungsgeschäfte von Arvato ausgeglichen werden können.

Spürbare wirtschaftliche Auswirkungen

 „Auch wenn wir uns bislang dank unseres diversifizierten Portfolios, des hohen Anteils von Digitalgeschäften und der Performance der Wachstumsgeschäfte in der Pandemie gut behauptet haben, so hat sie doch spürbare wirtschaftliche Auswirkungen auf Bertelsmann. Zusätzlich schränkt sie unseren finanziellen Handlungsspielraum für notwendige Investitionen in die weitere Konzerntransformation ein“, erklärt Rabe jetzt. Zudem hätten sich neue Formen des Arbeitens über ein halbes Jahr hinweg in Unternehmen und Corporate Center etabliert. Sie hätten sich als vorteilhaft, effizienter und kostengünstiger erwiesen und sollten verstärkt eingesetzt werden. Als Beispiele nennt Rabe hybride Arbeitsmodelle – eine Kombination aus Homeoffice und Präsenzzeiten im Corporate Center –, Videokonferenzen oder die digitale Kommunikation.

Kosten um 35 Millionen Euro senken

Ziel der Umstrukturierungsmaßnahmen ist es, die jährlichen Kosten des Corporate Centers um 35 Millionen Euro zu senken. In der Führungsebene werde es ebenfalls Reduzierungen geben, erläutert Dr. Thomas Rabe. Assistenzen sollen überprüft, die „variablen Langfristvergütungen“ für Führungskräfte angepasst werden.

Gespräche mit den Arbeitnehmervertretern

Im nächsten Schritt wird die Geschäftsleitung Gespräche mit den Arbeitnehmervertretern aufnehmen. Man werde sich bemühen, in jedem Einzelfall faire Lösungen zu finden, versicherte Rabe.

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