Gütersloh
Dommermuth bei Demo in Berlin dabei

Gütersloh/Berlin (dl) - Bis zu 15.000 Vertreter der Veranstaltungsbranche haben am Mittwoch in Berlin bei einer Demonstration auf ihre Existenznot seit Beginn der Corona-Krise aufmerksam gemacht. Udo Dommermuth, Geschäftsführer der Gütersloher Agentur MMC, war ebenfalls in der Bundeshauptstadt.

Mittwoch, 09.09.2020, 22:00 Uhr aktualisiert: 09.09.2020, 22:16 Uhr

Kaum eine Branche ist von der Corona-Pandemie so gebeutelt worden wie der Kultur- und Veranstaltungsbereich. Ob Konzerte, Theateraufführungen, Messen oder Musicals – die Veranstaltungsbranche und die mit ihr verquickten Berufszweige sind von jetzt auf gleich nahezu auf Null gesetzt worden. Zeit, ein öffentliches Zeichen zu setzen.

Demonstrationen legen Bundeshauptstadt lahm

„Wir sind mit acht Leuten und einem Sattelzug nach Berlin gefahren“, teilte Dommermuth am Telefon mit. Mehrere Tausend Teilnehmer – Dommermuths Schätzungen zufolge bis zu 15.000 Personen, was von offizieller Seite bestätigt wurde – und circa 600 Lastzüge legten ab der Mittagszeit die Bundeshauptstadt lahm. 

Am Alexanderplatz startete der Marsch bis zum Brandenburger Tor. „Wir setzen ein starkes Zeichen“, sagte der Veranstaltungstechniker. Zum Protest aufgerufen hatte das Bündnis #AlarmstufeRot. Gekommen war alles, was mit der Branche zusammenhängt. „Techniker, Künstler, Theater- und Filmleute, Schausteller und Zirkusartisten“, zählte Dommermuth, der im Mai das Auto-Kino am Gütersloher Theater aus dem Boden gestampft hatte, auf. 

Dommermuth: „Wir allen füllen unseren Job mit Leidenschaft aus“

Als einen von vielen Prominenten unter den Demonstranten machte er Sascha Grammel, Comedian, Puppenspieler und Bauchredner, aus. Trotz des ernsten Anlasses sei die Stimmung innerhalb des Trosses angenehm bis heiter.

„Es ist schön, so viele Kollegen zu treffen, die in den vergangenen sechs Monaten das gleiche Schicksal geteilt haben“, berichtete Dommermuth. „Wir alle füllen unseren Job, der für uns gleichzeitig Berufung ist, mit Leidenschaft aus. Aber wir dürfen nicht arbeiten.“ Bei allem Verständnis für die Einschränkungen während des bundesweiten Lockdowns („Das Coronavirus ist nicht zu unterschätzen“) müsse jetzt ein Weg zurück aufgezeigt werden.

Konzepte für Veranstaltungsbetrieb in der Hinterhand

„Die Politik lässt uns vollkommen unter den Tisch fallen“, so Dommermuth. „Es gibt reichlich Konzepte, den Veranstaltungs- und Kulturbetrieb unter entsprechenden Schutzmaßnahmen wieder ins Rollen zu bringen.“ Sollte die Politik dagegen sein, müssten Alternativen aufgezeigt werden. Vielen Solo-Selbstständigen bleibe wegen des Verdienstausfalls oftmals nur der Weg zu Hartz IV. „Und das kann nicht der Weisheit letzter Schluss sein.“

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