Gütersloh
Skulpturen im flüchtigen Erlebnisraum

Gütersloh (wh) - Geheimnisvolle rote Zeichen auf dem Gehweg der Kirchstraße deuten es bereits im Vorfeld an, am frühen Samstagabend kommen rote Teppiche hinzu. Etwas Besonderes steht an dieser zentralen Kreuzung in Gütersloh bevor. Eingeladen dazu hat der Skulpturenverein.

Montag, 07.09.2020, 18:05 Uhr aktualisiert: 07.09.2020, 18:31 Uhr

Als dann Reiner Kuhn, Vorsitzender des Skulpturenvereins, bei Einbruch der Dunkelheit das vor dem Veerhoffhaus aufgestellte Werk „Turm IV“ von Werner Pokorny mit rotem Licht inszeniert, klärt sich die Frage. Gleich geht es um Kunst.

Zwei Objekte stehen im Mittelpunkt

Städtische Kulturverführer hatten am Sonntagabend rote Teppiche ausgerollt. Ihre Requisiten lenken die Blicke auf zwei Objekte, die trotz ihrer Größe und Räumlichkeit eher als Mauerblümchen im Verkehrsraum wahrgenommen werden. Mit dieser und weiteren Stadtbesetzungen wollen Daniela Daus und Michael Deppe auf Kunst im öffentlichen Raum aufmerksam machen. „Kultur im Freien soll ein selbstverständlicher Teil öffentlichen Lebens in der Stadt sein“, ist ihre Mission. 

Der Überraschungseffekt ist Teil des Konzepts, neugierige Passanten werden zu mehr oder weniger zufälligen Zuschauern der Aktion und so auf das Kunstwerk aufmerksam. Axel Anklams „Honeyspoon“ – eine Skulptur aus leuchtendem Epoxydharz – und „Turm IV“ bilden eine Sichtachse vor dem Domizil des Kunstvereins. Im Spannungsfeld aus historischem Kirchplatz und umstehenden Häusern werden sie mit einem musikalischen Intermezzo in den Blick gerückt. Cellist Willem Schulz und Perkussionist Leon Raum experimentieren mit ihren Instrumenten, Sängerin Pia Raum ruft beide schreisingend zu einer Wanderung vom „Turm“ zum „Spoon“. 

Atmosphärisch schwebendes Klangspektrum

Klopfende und sägende Klänge, aber auch sanfte Melodien mischen sich mit den Hintergrundgeräuschen zu einem offenen und atmosphärisch schwebenden Klangspektrum. Damit bleiben die Musiker nah an den Vorstellungen von Anklam, der musikalische Harmonien in die Dreidimensionalität überträgt, und Pokorny, der mit metaphysisch beladenen Formen bauklötzchengleiche Gebilde schafft. Die Schwingungen des Konzerts verknüpfen die Botschaften der Skulpturen zu einem einmaligen, aber flüchtigen Erlebnisraum – für eine halbe Stunde neuer Wahrnehmung und Wertschätzung.

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