Gütersloh
Großes Interesse am Dorfentwicklungsplan

Gütersloh (jed) - Der Legende nach begann die Dorfgeschichte von Isselhorst vor 970 Jahren mit dem Niederlassen eines Esels in der Mitte des Lutterorts. Den jetzt, 1050 Jahre später erfolgten Startschuss zur Weiterentwicklung der Kommune verantwortet der Dorf- und Heimatverein Isselhorst.

Montag, 07.09.2020, 15:03 Uhr aktualisiert: 07.09.2020, 15:46 Uhr

Er hat das „Dorfentwicklungskonzept 2030“ initiiert. Und es schreitet konsequent voran. In einem gut einjährigen, von den Fachleuten der ARGE Dorfentwicklung geleiteten Prozess soll unter Einbeziehung der Bürger einerseits der Charme des mehr als 6000 Bewohner großen Kirchspiels mit seinen gewachsenen, charakteristischen Liebenswürdigkeiten erhalten, andererseits durch eine fundierte Stärken-und-Schwächen-Analyse der Sprung ins neue Jahrzehnt geschafft werden. Als ersten öffentlichen Aufschlag hatten die Vergangenheitsbewahrer und Zukunftsgestalter um den Vorsitzenden Henner Schröder am Freitag zur Auftaktveranstaltung Dorfentwicklungskonzept in die Turnhalle eingeladen.

 125 Bürger – die coronabedingt erlaubte Maximalzahl an Interessenten – kamen. „Wir sind hochgradig zufrieden mit dem Ergebnis, freuen uns über den Rückhalt in der Bevölkerung. Es waren intensive drei Stunden, aber wie die Leute mitgezogen haben, war fantastisch“, bilanzierte Schröder am Ende.

Um Stärken und Schwächen Isselhorsts herauszufinden, waren im Vorfeld Fragebögen an rund 2000 Haushalte verteilt worden. Auch Online-Beteiligung war möglich. Aus den binnen drei Wochen eingegangenen und bislang ausgewerteten 250 Rückläufern lassen sich laut Gerhard Lüdeling von ARGE Dorfentwicklung durchaus „verfestigte Trends ablesen“ - auch wenn damit gerade einmal fünf der zumindest angestrebten acht Prozent an Rückläufern vorliegen.

 Danach zeigten sich die Isselhorster nach den im Schulnotenprinzip vergebenen Bewertungen in den Bereichen Kita- und Schulanbindung, Vereinsleben und Ortsbild bestens zufrieden. Von insgesamt 19 Kategorien wiesen die Meinungsbalken nur bei der Sicherheit auf den Straßen sowie bei der Breitbandversorgung in den roten Bereich. Nach Lüdelings Erläuterungen sei der letzte Punkt in der Altersgruppe der Ü-65-Jährigen besonders oft angemahnt werden. Die Altersklassen darunter zeigten sich zufriedener. Vielleicht könne man daraus ein Projekt „Jung hilft alt“ machen, regte Lüdeling an.

Ideenvielfalt der Bürger überwältigt

Während sich Jugendliche (Schulbusse) und Senioren Ü-65 mit der ÖPNV-Anbindung einverstanden erklären, sah die Gruppe der 18- bis 35-Jährigen erheblichen Optimierungsbedarf. Einig waren sich alle darin, dass „Isselhorst so groß bleiben soll, wie es jetzt ist. Eine weitere Ausdehnung ist nicht gewünscht“, erklärte Lüdeling.

Analysefähigkeiten, Kreativität und Lösungsansätze zeigten die Anwesenden, als es in Arbeitsgruppen um die Themenfelder Soziales, Wirtschaft, Freiraum/Landschaft/Freizeit ging. Henner Schröder: „Mit solch einer Ideenvielfalt hätten wir nicht gerechnet. Wir werden allen Anregungen nachgehen.“ Die Arbeitsgruppen sollen sechs oder acht Wochen zeitgleich an drei verschiedenen Orten zur thematischen Vertiefung erneut zusammenkommen.

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