Gütersloh
„Kirche trifft ... Polizei“

Gütersloh (rebo). „Kirche trifft... Polizei“ heißt es am Sonntag in der Gütersloher Martin-Luther-Kirche. Beamte der Kreispolizeibehörde berichten im Gottesdienst von ihrem Arbeitsalltag.

Mittwoch, 02.09.2020, 18:07 Uhr aktualisiert: 02.09.2020, 18:46 Uhr

 „Wenn bei einem Verkehrsunfall ein junger Mensch stirbt, wie gerade vor ein paar Tagen bei dem Bahnunfall in Rheda-Wiedenbrück, sind die Kollegen mit unterschiedlichen Anforderungen konfrontiert. Wie die unterschiedlichen Situationen in unserem Arbeitsalltag aussehen, das wollen wir darstellen.“ Dirk Zeller, Polizeidirektor Gefahrenabwehr Einsatz, beschreibt, was am Sonntag beim ersten Gottesdienst der Reihe „Kirche trifft . . .“ über Polizeiarbeit zu erfahren ist.

Dialog intensivieren

Im Rahmen der Stadtkirchenarbeit haben sich Vertreter der Evangelischen Kirchengemeinde überlegt, wie der Dialog zwischen Gemeindemitgliedern und Berufsgruppen, die wichtige Aufgaben für die Stadtgesellschaft erfüllen, intensiviert werden kann. „Im Gottesdienst haben am Sonntag beim Auftakt der Reihe zunächst Beamte der Kreispolizeibehörde die Möglichkeit, über ihren Berufsalltag zu berichten“, erläutert Pfarrer Michael Frentrup. Bei späteren Gottesdiensten, die etwa drei- bis viermal im Jahr stattfinden sollen, könnten zum Beispiel Mitarbeiter des Hospizes, aus dem Gesundheitswesen, Lehrer oder Landwirte ihren Arbeitsalltag präsentieren.

Vorträge, Interviews, Predigten

Der erste Gottesdienst der Reihe „Kirche trifft . . .“ beginnt am Sonntag, 6. September, um 18 Uhr in der Martin-Luther-Kirche.

Ausgehend vom Psalmwort „Was ist der Mensch, dass du seiner gedenkst?“ wird nach dem biblischen Menschenbild gefragt. Zudem steht die Frage im Raum, wie Kirche und Glauben in belastenden Situationen unterstützend wirken können.

Gottesdienstbesucher werden gebeten, frühzeitig zu kommen. Corona-Regeln müssen eingehalten werden. Es stehen maximal 80 Plätze zur Verfügung.

Die Gestaltung im Gottesdienst ist frei. „Als Vortrag, in einer Predigt, im Rahmen eines Interviews – es gibt unterschiedliche Möglichkeiten“, sagt Frentrup. Auch die musikalische Gestaltung werden mit den jeweiligen Gruppen abgestimmt. Am Sonntag tritt die Band „Fetter Segen“ auf. Pfarrer Jens Hoffmann, der seit drei Jahren auch Seelsorger für die Polizei Gütersloh ist, hat sie aus seiner Verler Gemeinde mitgebracht.

O-Töne von Polizeibeamten

Hoffmann macht bei der Vorstellung der Reihe „Kirche trifft . . .“ neugierig auf den Auftakt mit der Polizei. „Ich habe in den vergangenen drei Jahren erfahren, welch tolle Arbeit die Beamten oft im Verborgenen leisten“, betont er. Wenn zum Beispiel eine Todesnachricht überbracht werden müsse. „Sie müssen die schreckliche Botschaft überbringen, die Reaktion der Angehörigen aushalten und werden dabei oft zum Repräsentanten der schlimmen Nachricht.“ Im Gottesdienst am Sonntag gebe es O-Töne von Menschen, die diese Situationen selbst erlebten.

Arbeit im Spannungsfeld

Ganz aktuell stehe die Arbeit der Polizei im Blick. Immer wieder würden Beamte verbal und tätlich angegriffen, erläutert Michael Frentrup. Der Ruf nach Sicherheit und Ordnung werde immer wieder laut, ergänzt Dirk Zeller. Wenn die Polizei das mit den ihr zur Verfügung stehenden Mitteln durchsetze, würden die Beamten aber auch schnell angefeindet. „Das ist das Spannungsfeld, in dem die Kollegen oft arbeiten“, betont Zeller.

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