Gütersloh
Verler Straße an der Belastungsgrenze

Gütersloh (rebo) - Die Verler Straße ist schon seit Jahren mehr als stark befahren. Eine Prognose zur Entwicklung bis 2030 geht davon aus, dass der Verkehr vor allem in der Ortsdurchfahrt Spexard noch zunehmen wird. Die Errichtung eines Lebensmittelmarkts auf dem Gelände des ehemaligen Spexarder Krugs würde eine zusätzliche Belastung durch weitere Fahrzeuge bedeuten.

Montag, 10.08.2020, 20:00 Uhr aktualisiert: 10.08.2020, 20:46 Uhr

So lässt sich knapp das Ergebnis einer Verkehrserhebung zur Situation an der Verler Straße zusammenfassen, die die Stadt in der nächsten Sitzung des Planungsausschusses (Dienstag, 18. August, 17 Uhr, großer Saal der Stadthalle) vorstellen wird. Das Fazit lautet: Auf eine weitere Intensivierung des Verkehrs sollte verzichtet werden. Statt an der Einmündung von der Verler Straße zur Bruder-Konrad-Straße einen Einkaufsmarkt zu errichten, sei es sinnvoller, dort eine Wohnbebauung zu realisieren oder einen Haltepunkt der TWE-Linie, die reaktiviert werden soll.

Lebensmittelmarkt würde zusätzlichen Verkehr anziehen

Der Verkehr auf der Verler Straße ist seit 20 Jahren Thema. Viermal wurde in dieser Zeit die Ansiedelung eines Lebensmittelmarkts beantragt. Zuletzt hatte Reiner Schenke, Geschäftsführer von Schenke-Delikatessen, seine Pläne für einen Supermarkt vorgestellt. Bei einer Bürgerversammlung im August vergangenen Jahres meldeten sich nur Kritiker zu Wort. Der Verkehr werde noch zunehmen. Pendler, die über die Verler Straße zum Beispiel zur Anschlussstelle der Autobahn führen, würden dann auch noch anhalten. Die Schulpflegschaft der Josefschule mahnte, die Ein- und Ausfahrten zum Supermarktparkplatz bedeuteten zusätzliche Gefahren für die Kinder.

Stadt folgt Argumentation der Bürgerinitiative

Axel Masjosthusmann, Spexarder Bürger und Mitbegründer der „Initiative für Spexard – Verkehrsinfarkt verhindern“, erklärte auf Nachfrage, die Mitglieder der Initiative begrüßten die Einschätzung der Verwaltung. „Die Stadt ist unserer Argumentation gefolgt“, sagt er. Die Zahlen der Erhebung belegten zum Beispiel, dass sich der Verkehr in der Zeit von 2015 bis 2018 auf der Bruder-Konrad-Straße um rund zwölf Prozent erhöht habe. Rückstaus würden immer länger.

Ideen sollten aus dem Ortsteil kommen

Den Vorschlag der Verwaltung, auf dem Gelände des Spexarder Krugs Wohnbebauung anzusiedeln oder einen Haltepunkt für die TWE-Linie mit Radstation, halte er für sinnvoll. „Wir haben in den vergangenen Monaten intensive Gespräche mit den Ratsfraktionen geführt“, sagt Masjosthusmann. Er gehe davon aus, dass die Politik nach der Vorstellung der Ergebnisse über die verkehrliche Situation in Spexard die Pläne für einen Einkaufsmarkt an dieser Stelle aufgeben werde. Die Bürgerinitiative hoffe, dass es jetzt ans Gestalten gehe. „Und die Ideen dazu sollten aus dem Ortsteil kommen.“

Prüfantrag

Die CDU hatte im Oktober 2019 den Antrag gestellt, alle verkehrlichen Belange zu prüfen. Dabei sollte das gesamte Verkehrsnetz berücksichtigt werden, einschließlich der Auswirkungen durch die Autobahn. Die SPD hatte ergänzend beantragt, die Entwicklung des Rad- und Fußverkehrs im Kreuzungsbereich Verler Straße/Bruder-Konrad-Straße und Am Hüttenbrink zu berücksichtigen. Weil die Verler Straße seit einem Jahr eine Baustelle ist, wurde zur Erhebung der Verkehrssituation vorhandene Daten verwendet, von 2015 und 2018.

Rückstaus

Danach liegen die Spitzenwerte der Verkehrsbelastung auf der Verler Straße in der Zeit zwischen 17 und 18 Uhr. In der Ortsdurchfahrt Spexard zwischen Kreuzung Bruder-Konrad-Straße/Hüttenbrink bis zur Autobahn passieren rund 25 500 Fahrzeuge den Ortsteil. Rückstaus gehören zur alltäglichen Verkehrssituation.

Kapazität ist erreicht

Bei einer Bewertung der Verkehrssituation nach dem Handbuch für die Bemessung von Straßenverkehrsanlagen wird die Kreuzung am Spexarder Krug als Stufe E eingeordnet. Das bedeutet, es treten ständige gegenseitige Behinderungen zwischen Verkehrsteilnehmern auf. Geringfügige Verschlechterungen können zum Zusammenbruch des Verkehrsflusses führen. Der Verkehr bewegt sich im Bereich zwischen Stabilität und Instabilität. Die Kapazität wird erreicht. Es gibt nur eine schlechtere Gruppierung, Stufe F, wenn die Verkehrsanlage überlastet ist.

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