Gütersloh
Netflix: Gütersloher dreht „Biohackers“

Gütersloh/Los Angeles (dop) - In die Abgründe illegaler Genmanipulationen entführt die neue Netflix-Serie „Biohackers“, die am 20. August an den Start geht.  Erdacht und gedreht  wurde sie von dem aus Gütersloh stammenden, in Los Angeles ansässigen  Regisseur Christian Ditter. 

Samstag, 08.08.2020, 07:00 Uhr aktualisiert: 08.08.2020, 07:31 Uhr

  Das ist nicht länger nur eine Utopie: die Möglichkeit exakt konstruierten Lebens. Der Wissenschaftler als Re-Designer ganzer Gattungen. Der Mensch als gottgleicher Schöpfer. Mit der Geburt der ersten genom-editierten Kinder im chinesischen Shenzhen wurde das Ende 2019 bereits Realität. Für die einen erfüllte sich damit ein langgehegter wissenschaftlicher Traum, für die anderen wurde eine ethische Grenze überschritten. Nicht nur vor diesem Hintergrund ist sie brandaktuell: die neue Netflix-Serie „Biohackers“.  

 Sechs Folgen umfasst die erste Staffel, die weltweit in mehr als 190 Ländern ausgestrahlt wird.
Ein Wissenschaftsthriller, in dem es um Ruhm und Rache geht, in dem verständlicher Wissensdurst auf skrupelloses Experimentieren stößt. In dem Freundschaft und Liebe ebenso eine Rolle spielen wie ungebremste Ingenieurs-Biologie und moralische Grenzen. Nicht zu vergessen: das geopolitische Rennen um Patente, Risikokapitale und Renditen. 

 Ein übervolles Reagenzglas, das da vor dem Hintergrund einer Schwarzwald-Idylle explodiert. Denn die Handlung ist überwiegend an der Universität Freiburg angesiedelt.

 „Ich fand diesen Kontrast zwischen charakteristischer deutscher Beschaulichkeit aber ohne jeden Postkartenkitsch und international ausgerichteter Spitzenforschung spannend“, sagt Christian Ditter zur Wahl des Hauptdrehorts weit entfernt von jeglichen Metropolen. „Denn das bringt viele unterschiedliche Aspekte und Stimmungen, die überraschen und in die der Zuschauer eintauchen kann.“ 

Wenn Fantastisches in eine geordnete Welt einbricht

Schon immer hat der 43-Jährige, der bislang eher durch Komödien und Romanzen wie „How to be a single“ oder „Love Rosie“ im Kino auf sich aufmerksam gemacht hat, davon geträumt, sich eines Science-Fiction-Stoffs anzunehmen. „Schon als Kind und Jugendlicher war ich von Steven Spielbergs Filmen ,E.T.‘ oder ,Jurassic Park‘ fasziniert, weil sie auf so abenteuerliche Weise zeigen, was alles passieren kann, wenn plötzlich etwas Fantastisches in eine geordnete und vertraute Welt einbricht.“ 

Dass die Biohacking-Technologie auch dieses Potenzial hat, war ihm sofort klar, als er das erste Mal davon las. „Künstliche Intelligenz und Klimawandel sind heute gängige Themen und werden überall diskutiert. Aber über synthetische Biologie, die standardisierte Bauteile entwickelt, sie zu komplexen, biologischen Systemen zusammenfügt und damit weit über die Gentechnik hinaus- geht, darüber redet kaum jemand“, gibt Ditter zu bedenken. „Dabei ist das ein Feld, das uns alle stark voranbringen, aber auch gefährden könnte.“

Abtauchen in die Dunkelwelt der Selbstoptimierer

Damit ist die Arena abgesteckt, in der die beiden Hauptdarstellerinnen gegeneinander antreten: Da ist zum einen die Bio-Wissenschaftlerin
Tanja Lorenz, die mit gewiefter Arroganz von Jessica Schwarz („Romy“, „Kammerflimmern“), einem der wohl bekanntesten Gesichter im deutschen Film gespielt wird. Sie manipuliert nicht nur, sondern nimmt in ihrem Geheimlabor auch illegale Genexperimente zur Selbstoptimierung vor. Zu ihr ins Semester kommt die junge Mia Akerlund, die Medizin studieren, aber vor allem die mysteriösen Todesumstände ihres Bruders aufklären will. Die Schweizerin Luna Wedler („Auerhahn“) spielt sie als zielstrebige, unerschrockene Kämpferin, die sich mit Hilfe der Studenten Jasper und Niklas in die Welt illegaler Manipulationen an der menschlichen Keimbahn einschleusen lässt. Es kommt der Punkt, an dem sie sich entscheiden muss, was und wen sie bereit ist, für ihre Rache aufs Spiel zu setzen. 

  Für Ditter waren die beiden Frauen Wunschkandidatinnen. „Jessica Schwarz kenne ich seit Filmhochschul-Zeiten, als sie noch Viva-Moderatorin war. Und Luna Wedler habe ich das erste Mal bewusst in dem Film ,Das schönste Mädchen der Welt‘ gesehen. Sie ist eine Schauspielerin, bei der man nicht weggucken kann.“

Dass er sich mit dieser Besetzung durchsetzen konnte, hat nicht zuletzt etwas damit zu tun, dass Ditter als sogenannter Showrunner bei dieser Netflix-Produktion agiert. Er ist nicht nur Ideengeber sowie Drehbuchautor und Regisseur der ersten drei Folgen, sondern auch ausführender Produzent und Casting-Chef. Als Showrunner ist er das Bindeglied zwischen den Kreativen vor der Kamera und den Wirtschaftsinteressen dahinter. Und er ist das Gesicht, das die Serie repräsentiert.

Den kompletten Bericht mit Zusatzinformationen zum Thema Biohacking,  welche Besonderheiten es beim Dreh gab und welche Pläne Christian Ditter hat, lesen Sie in der „Glocke“ vom 8. August. 

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